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Elektronische Tinte für den Kanzleialltag

von RA Dr. Stefan Rinke | 13.07.2022

Ein elektronischer Notizblock, der seinen Namen verdient – Mit E-Ink-Technologie (Elektronische Tinte) bleiben handschriftliche Notizen das was sie sind, nur eben elektronisch.

Die meisten eBook-Reader arbeiten mit einem E-Ink-Display, die wenigsten unterstützen jedoch einen Stift dazu, der die Elektronische Tinte Wirklichkeit werden lässt. Vereinfacht gesagt, funktioniert diese E-Ink-Technologie so: Mit einem Stift wird auf einer eBook-Oberfläche (E-Ink-Display) geschrieben und das Gerät nimmt die mechanische Reibung als digitale Zeichnung auf. Der Stift muss nicht aufgeladen werden, die Mine nutzt dafür mechanisch wie ein echter Stift ab. Alles zusammen sorgt im Ergebnis für ein Schreiberlebnis wie mit Federhalter auf einem Blatt Papier. Die Minen müssen zwar von Zeit zu Zeit gewechselt werden, die Tinte nicht. Denn umgesetzt wird alles rein elektronisch.

Die Vorteile dieser E-Ink-Technologie liegen auf der Hand: Die optische Wahrnehmung gleicht der eines E-Books, ein angenehmes Lesen bleibt damit für Juristen selbst im IT-Zeitalter erhalten. Selbst bei schwierigsten Lichtverhältnissen gleicht die Lesbarkeit einem echten Blatt Papier, das wiederum den Einsatz unterwegs für mobiles „Anwalten“ sehr angenehm gestaltet. Die E-Ink-Mitschriften sind digital und können nach Belieben gelöscht, verbessert, kopiert, geordnet etc. werden.

Mittlerweile gibt es zwei Anbieter dieser E-Ink-Papers, das „reMarkable“ und von Huawei das „MatePad Paper“. Als die erste Generation des Remarkables auf den Markt kam, wurde es in der Presse als „Digitalpapier“ gefeiert und als Durchbruch bewertet. Die zweite Generation hat nun einige Schwächen ausgemerzt und überzeugt weiterhin mit längerer Akku-Laufzeit, dünnerem Gehäuse und einer magnetischen Einfassung für eine bessere Halterung der Hüllen und des Stiftes. Im Grunde ist es aber die Firmware, die seit Markteinführung die entscheidenden Entwicklungsschritte erzielt hat. Mittlerweile kann man die Inhalte per Screensharing teilen und zwischen Geräten synchronisieren. Auch die Bearbeitungsoptionen sind gewachsen.

Für das Herzstück der elektronischen Kanzleiarbeit ist der Vorteil evident: E-Akten beschreiben und zurückspielen ist genauso ein Highlight wie die Möglichkeit, seine handschriftlichen Notizen noch im Gericht texterkennen zu lassen oder zur E-Akte zu speichern. Jedenfalls ist der Arbeitsbereich der handschriftlichen Vermerke, Notizen und Mitschriften vollständig digital möglich.

Das reMarkable 1. Generation (links) und 2. Generation (rechts)