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Satellitengestützter Internetzugang praxisbewährt

von RA Dr. Stefan Rinke | 04.01.2022

Erste Praxiserfahrungen bescheinigen dem Satelliten-Internet „Starlink“ eine starke Performance.

Seit mehreren Jahren schießt Elon Musks Raumfahrtfirma SpaceX regelmäßig neue Satelliten ins Weltall, die den satellitengestützten Internetzugang „Starlink“ entstehen lassen. Mehr als 1.700 sind schon in der Umlaufbahn, für fast 12.000 hat SpaceX die Genehmigung der US-amerikanischen Behörden. Satelliten-Internet ist nicht neu, doch schafft SpaceX damit im Weltall die Infrastruktur, welche die Internet-Festnetzqualität erreichen, überholen und sogar ersetzen kann.

Bisher waren die Entfernungen zu den Satelliten mit mehreren 10.000 Kilometer zu groß, um Echtzeitanwendungen wie Video-Calls und Cloud-Computing stabil aufzubauen. SpaceX-Satelliten umkreisen die Erde in nur 550 Kilometern Höhe. Aktuelle Speedtests von Up- und Download-Geschwindigkeiten weltweit berichten eine hohe Starlink-Performance, vor allem in Europa. Der Speedtest für Deutschland hat eine durchschnittliche Downloadgeschwindigkeit von 95 MBit/s ermittelt, was hierzulande dem durchschnittlichen Festnetz-Internetanschluss deutlich voraus ist. Bei einem Upload um die 20 MBit/s ergeben sich ungefähre Geschwindigkeiten wie bei modernen 5G-Internet. Beides sind gangbare Wege um mobiles Internet mit Festnetzqualität zu erhalten. Während aber 5G vom Ausbau der Funkmasten abhängig ist, benötigen die neue Generation der „Starlink“-Satelliten keine Bodenstation mehr und ist damit flächendeckende und praxisbewährte Lösung.

Aktuell kostet das Starlink-Equipment 558 EUR inklusive Versand zzgl. mtl. 99 EUR. Zum Vergleich: 5G-Internet bietet die Telekom für mtl. 75 EUR an, je nach 5G-Router mit ähnlichen Einrichtungskosten. Jedenfalls ist eine stabile und schnelle Internetverbindung damit keine Frage des Standorts oder Unkosten mehr.