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Zweite Corona-Umfrage der BRAK unter Anwälten

von RAin Andrea Brandenburg | 03.11.2020

Die Bundesrechtsanwaltskammer (BRAK) hat vom 22.09. bis 6.10.2020 eine zweite Umfrage zu den Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die deutsche Anwaltschaft durchgeführt.

Von den etwa 167.000 bundesweit zugelassenen Kolleginnen und Kollegen beteiligten sich ca. 6.850. Am stärksten vertreten war die Berliner Anwaltschaft mit 1.510 Teilnehmern (22,2%).

Grundsätzlich wirkt sich die Pandemie auf die Anwaltschaft insgesamt weniger schwer aus, als die Anwälte bei der ersten Umfrage der BRAK im April noch befürchtet hatten. Unterschiede zeichnen sich insbesondere bei den Rechtsgebieten und hinsichtlich der Kanzleistruktur ab. So wurden die stärksten Mandatsrückgänge insbesondere im Strafrecht, Insolvenzrecht, Schuld- und im Erbrecht gemeldet.

Die Corona-Krise hat außerdem dazu geführt, dass die Anwaltschaft bei der Beratung der Mandantinnen und Mandanten flexibel reagierten und auch Beratungen am Telefon, per E-Mail oder per Videobesprechungen durchgeführt haben.

Erfreulicherweise bestätigten bundesweit 62,2% der Befragten, dass sie sich coronabedingt mehr mit Digitalisierung beschäftigen würden. Diese positive Entwicklung stellt auch RA-MICRO aufgrund der bundesweit zunehmenden Nachfrage nach digitalen Lösungen sowie Online-Schulungen bei Kunden und Interessenten fest.

Darüber hinaus bemerkten viele Teilnehmer der Studie eine massive Verzögerung in der Justiz. Knapp die Hälfte der Befragten (47,2 %) gab an, dass es in den Gerichtsverfahren durchschnittlich zu mehr als acht Wochen Verzögerungen gekommen sei. In Berlin gaben sogar 76% der Sozialrechtler, 69% der Straßenverkehrsrechtler und 65,6 % der Strafrechtler an, dass sich laufende Verfahren durchschnittlich um mehr als acht Wochen verzögert hätten.

Die Umfrage zeigt, dass die Umstellung auf gerichtliche Verfahrenshandlungen im Wege der Bild- und Tonübertragung nur selten beantragt und nur sehr selten durchgeführt wurde. Sowohl die BRAK als auch die Berliner Anwaltskammer sieht den Justizgewährungsanspruch von Bürgerinnen und Bürgern in Gefahr. Auf Grundlage der Umfrageergebnisse hat die BRAK in einer Presseerklärung vom 20.10.2020 ihre Forderungen zur Sicherung des Rechtsstaats bekräftigt und in Anbetracht der steigenden Infektionszahlen mit Nachdruck verlangt, dass die Gerichte auch in Krisenzeiten arbeitsfähig bleiben.

Verstärkte Nutzung von Videotelefonie zur sicheren Durchführung von gerichtlichen Verfahren sind ein Mittel, persönliche Kontakte und damit Infektionsgefahren zu reduzieren. Mit vOffice leistet RA-MICRO einen für Anwälte und Gerichte kostenfreien Beitrag, sichere Videotelefonie in der Anwaltschaft und in der Justiz zu etablieren.