von Sylvia Liebe, Rechtsanwaltsfachangestellte | 30.07.2026
Rückrufbitte, Fristensache oder neue Information zum Mandat: Eine strukturierte Telefonnotiz sorgt dafür, dass wichtige Gesprächsinhalte zuverlässig erfasst und an die zuständige Stelle weitegeleitet werden.
Das Telefon klingelt, während gleichzeitig E-Mails eingehen, Aufgaben bearbeitet werden und der nächste Termin bereits wartet. In solchen Situationen werden Informationen häufig nur kurz aufgenommen und mündlich weitergegeben. Fehlen später entscheidende Einzelheiten, entstehen Rückfragen, Verzögerungen oder Missverständnisse.
Eine Telefonnotiz sollte deshalb mehr enthalten als den Namen der anrufenden Person und die Bitte um Rückruf. Wichtig sind insbesondere der konkrete Anlass des Gesprächs, die betroffene Akte, der Zeitpunkt des Anrufs und die erwartete weitere Bearbeitung. Auch Hinweise auf Fristen oder besondere Dringlichkeit sollten eindeutig festgehalten werden. Die Notiz muss so verständlich sein, dass die zuständige Person den Vorgang ohne weitere Nachfrage einordnen kann.
Die Telefonnotiz in RA-MICRO unterstützt Kanzleien dabei, telefonische Informationen einheitlich zu erfassen und unmittelbar in den digitalen Arbeitsablauf einzubinden. Die Notiz kann an die zuständige Person weitergeleitet, gespeichert und in der E-Akte dokumentiert werden. So wird aus einer kurzen Mitteilung ein nachvollziehbarer Bestandteil der Mandatsbearbeitung.
Wie wichtig das sein kann, zeigt ein typischer Fall: Eine Mandantin meldet sich wegen eines gerichtlichen Schreibens, die zuständige Sachbearbeitung ist jedoch nicht erreichbar. Eine bloße Rückrufbitte lässt offen, welches Schreiben gemeint ist und ob möglicherweise kurzfristiger Handlungsbedarf besteht. Werden dagegen Anlass, Aktenbezug und Dringlichkeit direkt dokumentiert, kann der Vorgang zeitnah geprüft und richtig priorisiert werden.
Zusätzliche Unterstützung bietet der Telefon-Assistent. Bei eingehenden Anrufen wird die Telefonnotiz automatisch vorbereitet und erkannte Rufnummern werden übernommen. Das erleichtert die Erfassung und reduziert insbesondere in arbeitsintensiven Situationen das Risiko von Übertragungsfehlern.
Damit Telefonnotizen kanzleiweit verlässlich funktionieren, sind einheitliche Standards hilfreich. Klare Vorgaben dazu, welche Angaben erforderlich sind und wie mit dringenden Rückrufen oder Fristsachen umzugehen ist, schaffen Orientierung. Vorlagen können die Bearbeitung zusätzlich vereinfachen und dafür sorgen, dass wesentliche Informationen nicht vergessen werden.
Auch im digitalen Kanzleialltag bleibt das Telefon ein wichtiger Kommunikationsweg. Umso entscheidender ist es, die dabei übermittelten Informationen ebenso strukturiert zu dokumentieren wie E-Mails oder elektronische Dokumente. Eine sorgfältige Telefonnotiz benötigt nur wenig Zeit, trägt aber wesentlich zu klaren Zuständigkeiten, nachvollziehbaren Abläufen und einer verlässlichen Mandatsbearbeitung bei.