Menu
RA-Micro Logo

„Lieber von Anfang an digital“ – Interview mit RAin Mareike Franz

von RA Dr. Stefan Rinke | 14.12.2020

RAin Mareike Franz spricht mit RA-MICRO über Videokommunikation, ihren Weg zur Anwaltschaft und die Vorteile von Online-Messen.

Hallo Frau Franz. Sie haben den virtuellen RA-MICRO Stand auf der MkG-Expo besucht. Was hat Sie zur Messe geführt?

MF: Das Interesse an Mandanten-Akquise online und an Legal-Tech-Lösungen, die mir die Arbeit als Anwältin erleichtern. Dazu muss man wissen, dass mein Weg zur Anwaltschaft nicht der gewöhnlichste ist. Ich arbeite schon länger im juristischen Bereich, erst als Richterin, dann als Staatsanwältin. Mit dem Wechsel zur Anwaltschaft habe ich nun die möglichen Betätigungsfelder abgedeckt (lacht).

Im Staatsdienst muss man sich um Technik und Software nicht kümmern. Welche Programme genutzt werden, wird an anderer Stelle entschieden. Als Anwältin ist das anders, auch wenn mit dem iPad, das ich auf dem RA-MICRO Messestand gewonnen habe, die Technik-Frage schon geklärt ist. Für mich steht fest, dass ich auch als Anwältin nicht mit Papierakte und Ordner arbeiten möchte. Die Digitalisierung des Rechts wird weiterschreiten und ich will nicht hinterherhinken.

Die Messe richtete sich dieses Jahr explizit an Jung-Anwälte. Als erfahrene Neueinsteigerin passen Sie genau in die Zielgruppe. Welche Erwartungen hatten Sie an den Messebesuch?

MF: Ehrlich gesagt, hatte ich geringe Erwartungen und war umso überraschter, wie viele meiner Fragen beantwortet wurden. Die Vorträge und Referenten waren toll und auf den Messeständen der Aussteller erhielt ich genau die Informationen zum Start ins Anwaltsleben und zur richtigen Kanzleisoftware, die ich mir sonst mühsam hätte selbst zusammensuchen müssen. Und das, obwohl ich so gut wie nichts von dem Programm gemacht habe, das eigentlich geplant war.

Wie ist das passiert?

MF: Am zweiten Messetag wollte ich einen Vortrag zum Thema Legal Tech besuchen. Ich war früh dran, hatte 30 Minuten Zeit und beschloss, mir in dieser Zeit den RA-MICRO Messestand anzusehen. Dort nahm mich RA Thomas Schmidt per vOffice in Empfang und aus 30 Minuten wurden 90. So gesehen ein Glücksgriff, denn in diesen 90 Minuten hat er mir meine Fragen zur Kanzleisoftware beantwortet. Ich habe dann nochmal in Ruhe nachgedacht, etwas weiter recherchiert und mich vor ein paar Tagen für RA-MICRO entschieden.

Auch vOffice überzeugt mich. Eine meiner Fragen vor der Messe war, wie ich trotz räumlicher Distanz oder Kontaktbeschränkungen mit Mandanten in Kontakt treten kann. Ich arbeite im Familienrecht, dort ist eine persönliche Beziehung vielleicht noch wichtiger als in anderen Rechtsbereichen. Dass es eine Peer-to-Peer-Lösung für Videokommunikation gibt, die die Anforderungen des Berufsrechts erfüllt, finde ich klasse. Ich bin mir sicher, diese Art der Kommunikation wird uns auch nach Corona erhalten bleiben. Sie bietet einfach zu viele Vorteile, als dass wir sie wieder komplett abschaffen sollten.

Und zum Schluss: Würden Sie Online-Messen weiterempfehlen?

MF: Ein klares Ja. Man kann sich dort aufs Wesentliche konzentrieren und erhält viele Informationen gut aufbereitet nach Hause geliefert. Gerade, wenn man Kinder hat, ist das ein unschätzbarer Vorteil.

RAin Mareike Franz

Mareike Franz wurde am 11. Dezember 2020 zur Anwaltschaft zugelassen und absolviert gerade den Fachanwaltslehrgang Familienrecht. Zuvor arbeitete sie als Richterin und Staatsanwältin in Heidelberg und Mannheim.

Sie tritt im Januar 2021 in die renommierte Heidelberger Kanzlei für Familienrecht Reiner & Rulffes ein und freut sich auf die neue Herausforderung.