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Aktuelle Förderprogramme zur Digitalisierung von Rechtsanwaltskanzleien

von Raphael Szkola | 20.01.2022

Sowohl Bund als auch Länder bieten Förderprogramme an, die den Weg zu einer digitalisierten Kanzlei erleichtern.

Wer die Effizienz- und Wachstumspotenziale auch für die eigene Kanzlei erkannt hat, sollte sich nicht von den mit der Umstellung einhergehenden Kosten vom Vorhaben abhalten lassen. Die finanzielle Last kann durch Nutzung eines Förderprogrammes um teilweise mehr als die Hälfte reduziert werden. Denn gefördert wird oft der gesamte Umstellungsprozess, beginnend mit der Beratung, über die Umsetzung bis hin zur Schulung der Mitarbeiter. Allerdings gilt für die Zuwendungen stets, dass lediglich Verbesserungen bezüglich digitaler Prozesse und Verfahren sowie Geschäftsmodellen, Produkten und Dienstleistungen als auch der Datensicherheit förderfähig sind. Folglich ist damit die Grundausstattung oder Erneuerung vorhandener Standard-IT-Infrastruktur nicht zuwendungsfähig. Auch sollte beachtet werden, dass das Projekt nicht vor Antragstellung und Genehmigung der Zuwendung beginnen darf.

Da die Förderprogramme meist eine befristete Laufzeit besitzen und nicht für jede Branche geeignet sind, werden im Folgenden aktuell laufende Programme des Bundes und der Länder vorgestellt, die auch von Freiberuflern in Anspruch genommen werden können. Die Übersicht ist auf Programme beschränkt, welche eine Anteilsfinanzierung in Form eines nicht rückzahlbaren Zuschusses gewähren.

Auf Bundesebene kann das Programm „Digital Jetzt“ bis zum 31.12.2023 genutzt werden, das einen Förderbetrag bis 50.000 Euro ermöglicht. Aufgrund der hohen Nachfrage ist die Antragstellung jedoch erst nach Teilnahme an einem Losverfahren möglich. Anwaltskanzleien mit Sitz in Bayern, Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen* sollten zum gegenwärtigen Zeitpunkt auf „Digital Jetzt“ zugreifen, da in den genannten Bundesländern momentan keine eigenen Programme am Laufen sind, die diese Berufsgruppe in Anspruch nehmen kann.

Baden-Württemberg bietet mit „Digitalisierungsprämie Plus“ bis 31.06.2024 die Möglichkeit einen Zuschuss von bis zu 12.000 Euro und einer Förderquote von maximal 50 Prozent zu erhalten.

Bremen unterstützt mit „Digitaler ReSTART“ das Digitalisierungsvorhaben noch bis 15.05.2022 mit einer maximalen Fördersumme von 17.000 Euro und einer Förderquote von 40 Prozent.

Hamburg hat mit „Hamburg Digital“ ein Programm bis 31.12.2022 aufgelegt, das bei Einführung neuer digitaler Systeme bis zu 17.000 Euro der zuwendungsfähigen Ausgaben übernimmt. Der Fördersatz erreicht hier 50 Prozent.

In Hessen wird die digitale Transformation mit dem „Digi-Zuschuss“ gefördert. Die Auslauffrist des Programms ist nicht bekannt. Zuschüsse sind auf 10.000 Euro begrenzt, bei einer Förderquote von 50 Prozent.

In Rheinland-Pfalz sind mit dem bis 31.12.2024 laufenden Programm „DigiBoost“ Zuschüsse von sogar 75 Prozent der zuwendungsfähigen Ausgaben möglich. Der Förderhöchstbetrag liegt bei 15.000 Euro.

Das Saarland möchte die Digitalisierung mit „DigitalStarter Saarland“ beschleunigen. Das Programm läuft bis Ende des Jahres 2022 und finanziert Digitalisierungsprojekte mit einem Zuschuss in Höhe von maximal 12.500 Euro und einem bis zu 50-prozentigen Fördersatz.

Schleswig-Holstein fährt bis 30.06.2023 mit „DigiBonus II“ ein Programm, das Zuschüsse bis zu 50 Prozent und 17.000 Euro gewährt.

*Thüringen vergibt mit dem „Digitalbonus Thüringen“ die Zuschüsse zwar auch an Personen aus wirtschaftsnahen freien Berufen. Damit sind jedoch rechts- und wirtschaftsberatende Unternehmen und freie Berufe ausgeschlossen.

 

Tipp: Es lohnt sich, Digitalisierungsprojekte schnell anzugehen.