von Tim Steinhaus | 28.09.2026
Auf dem EDV-Gerichtstag 2026 zeigte RA-MICRO KI, Legal Tech und digitale Lösungen für Justiz, Behörden, Ministerien und Anwaltschaft im Praxiseinsatz.
Der 35. Deutsche EDV-Gerichtstag brachte in Saarbrücken vom 23. bis 25. September 2026 Fachleute aus Justiz, Anwaltschaft, Verwaltung, Wissenschaft und Technologie unter dem Motto „Daten, KI und Recht“ zusammen. RA-MICRO nutzte die Veranstaltung für den fachlichen Austausch und zeigte, wie digitale Lösungen und Künstliche Intelligenz unterschiedliche Berufsgruppen im Arbeitsalltag unterstützen können.
In mehr als 20 Veranstaltungen standen aktuelle Entwicklungen rund um Digitalisierung, KI und Recht im Mittelpunkt. Auch die Politik war prominent vertreten: So beteiligte sich unter anderem Hessens Innenminister Prof. Dr. Roman Poseck an der Diskussion zur softwaregestützten Datenanalyse in der Strafverfolgung. Zudem brachten Vertreterinnen und Vertreter der Europäischen Kommission und des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz ihre Perspektiven in den fachlichen Austausch ein.
Für RA-MICRO waren René Kurtkowiak, Leiter Marktentwicklung und Partnervertrieb, und der Autor dieses Beitrags vor Ort. Am Messestand entstanden zahlreiche Gespräche mit Vertreterinnen und Vertretern aus Anwaltschaft, Ministerien und Behörden, aus Oberlandes- und Amtsgerichten, mit Gerichtsvollzieherinnen und Gerichtsvollziehern sowie mit Fachleuten aus Legal Tech und Wissenschaft. Im Mittelpunkt stand dabei vor allem die Frage, wie digitale Lösungen konkrete Arbeitsabläufe vereinfachen und Beschäftigte sinnvoll unterstützen können.
Digitale Unterstützung für unterschiedliche Arbeitswelten
Mit dem RA-MICRO KI Widget und dem JURA KI Assistenten ließen sich solche Einsatzmöglichkeiten unmittelbar veranschaulichen. Das Strukturieren und Zusammenfassen umfangreicher Unterlagen kann ebenso in Kanzleien wie bei Gerichten, Ministerien oder Behörden Arbeitsprozesse unterstützen – etwa bei der Sichtung von Akten, Schriftsätzen, Stellungnahmen oder umfangreicher Korrespondenz. Auch im Gerichtsvollzieherbüro können aufbereitete Informationen zu Vorgängen die weitere Bearbeitung erleichtern. Der JURA KI Assistent und das KI Widget ermöglichen zudem die lokale Anonymisierung sensibler Inhalte vor der Verarbeitung mit KI-Modellen.
Bei vOffice World wurde insbesondere deutlich, wie digitale Zusammenarbeit in größeren und verteilten Organisationen unterstützt werden kann. Das interaktive Organigramm bildet Bereiche, Abteilungen und Teams mit aktuellem Erreichbarkeitsstatus ab und ermöglicht es, benötigte Ansprechpersonen unmittelbar in Videogespräche einzubeziehen. Für Ministerien, Behörden, Gerichte oder Kanzleien können so Zuständigkeiten transparenter und Abstimmungswege kürzer werden. Ergänzt wird die virtuelle Arbeitsumgebung durch integrierte KI-Avatare mit unterschiedlichen Aufgaben und Spezialisierungen, die wie virtuelle Teammitglieder zu Besprechungen hinzugezogen werden können – beispielsweise zur Unterstützung bei juristischen Fragestellungen oder, mit AI Tilda, zur Echtzeitübersetzung mehrsprachiger Gespräche.
Genau dieses Zusammenspiel von Fachwissen, Kommunikation und technologischer Unterstützung griff auch die Live-Präsentation „Die Zukunft des Arbeitens: Mensch und KI als Team“ von René Kurtkowiak auf. Rund 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmer verfolgten den Vortrag. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie KI als unterstützender Bestandteil bestehender Arbeitsprozesse eingesetzt werden kann: Sie kann Informationen aufbereiten, Kommunikation erleichtern und wiederkehrende Aufgaben unterstützen – Fachlichkeit, Bewertung und Verantwortung bleiben beim Menschen. Zugleich machte der EDV-Gerichtstag deutlich, wie groß das Potenzial praxisnaher digitaler Lösungen dort ist, wo sie konkrete Arbeitsabläufe unterstützen und sich sinnvoll in bestehende Strukturen einfügen.
