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Im digitalen Zeitalter ist ein zuverlässiger Internetzugriff unerlässlich. Gerade Kanzleien, die regelmäßig elektronisch kommunizieren und sich mit anderen Standorten oder Ressourcen in externen Rechenzentren verbinden, benötigen eine sichere Internetleitung, um arbeiten zu können.

Wie so häufig in der EDV, wird auch hier für den Internetzugang Redundanz empfohlen. Das ist aber in der praktischen Umsetzung von kabelgebundenen Leitungen nicht immer so einfach. Viel leichter und in der Regel auch preislich attraktiver ist der Einsatz von speziellen Internetroutern. Diese können neben der herkömmlichen Verbindung z. B. zum Vodafone-Kabelanschluss oder der Telekom-(V)DSL-Leitung noch eine zusätzliche LTE-Mobilfunkverbindung herstellen.

Die Idee dahinter: Der Router prüft ständig, ob die erste Verbindung noch besteht und falls nicht, aktiviert er selbständig die zweite, in der Regel die LTE-Verbindung.

Ein Router mit LTE-Karte verleiht die nötige Sicherheit

Ein aktueller Router dieser Art ist die AVM FritzBox 6890 (https://avm.de/produkte/fritzbox/fritzbox-6890-lte/). Die Einrichtung ist dabei so einfach, wie bei einem gängigen Smartphone: SIM-Karte einlegen und den Anbieter auswählen sowie PIN der SIM-Karte eintragen. Auf Wunsch leitet auch ein Softwareassistent durch die Installation.

Je nach Abdeckungsqualität sollte man einen LTE-Anbieter wählen, der im Idealfall niedrige Grundgebühren verlangt und bei Bedarf eine zusätzliche Datenflatrate für eine gewisse Zeitspanne, z. B. 24 Stunden, anbietet. Beispielsweise gibt es bei der Telekom den DATA Comfort Tarif S (https://www.telekom.de/unterwegs/tarife-und-optionen/daten-tarife) für zur Zeit knapp 13 Euro netto monatlich. Dieser hält 2 GB Daten in hoher Geschwindigkeit vor und kann bei Bedarf mit einer unbegrenzten Tagesdatenflatrate für ca. 8 Euro netto (je 24 Stunden) erweitert werden. Fällt die Internetleitung aus und dauert dies länger an, aktiviert man die Tagesflatrate und die Kanzlei ist per LTE für die nächsten 24 Stunden schnell online. Sobald die ursprüngliche Leitung wieder aktiv ist, schaltet der Router wieder auf diese zurück.

Für eine noch höhere Ausfallsicherheit empfiehlt es sich, eine zweite FritzBox 6890 zu erwerben und in der Kanzlei vorzuhalten. Die Einstellungen der ersten FritzBox kann man im Übrigen komplett sichern und auf die zweite FritzBox einspielen. Im Falle eines hardwareseitigen Ausfalls der ersten FritzBox (und damit eines Internet-Totalausfalls) müssen die Kabel nur 1:1 auf die zweite FritzBox umsteckt werden und das Internet ist wieder verfügbar.

Sondersituation – Erreichbarkeit der Kanzlei von außen

Wenn die Kanzlei auch von außen erreicht werden soll, z. B. bei Ausfall der Hauptleitung, muss der LTE-Tarif der Karte in der FritzBox eine Sonderfunktion haben. Diese ist in der Regel in den meisten Tarifen nicht enthalten: dieser muss VPN ermöglichen und eine öffentliche IP-Adresse besitzen. Diese Tarife kosten meistens ab ca. 50 Euro monatlich netto. Beispielhaft sei dieser Tarif erwähnt: https://www.mdex.de/shop/produkte/sim-karten/

  • Die Zukunft der deutschen Kanzlei-EDV liegt in der Cloud
    von RA Dr. Peter Becker, Berlin

    Die künftige digitale Anwaltskanzlei erfordert einen neuen Typ von Kanzlei-EDV. Die heute typische PC-Netzwerk-Kanzlei-EDV ist ausgelegt als additives Werkzeug zur Papier-Organisation. Soll die Elektronik anstelle des Papiers die zentrale, alleinige Grundlage der anwaltlichen Kanzlei-Existenz sein, sind weitergehende Überlegungen zur elektronischen Kanzleiorganisation anzustellen.

    Bei der digitalen Kanzlei fällt der existentiell entscheidende Vorteil der Papierakte weg: Die jederzeitige Verfügbarkeit. Auch wenn wir in der Praxis oft und ausgiebig, zuweilen ergebnislos, eine Akte suchen, ist doch der Aktenbestand als Gesamtheit eine beruhigende Existenzgrundlage, dem, – außer dem seltenen Fall von Naturkatastrophen oder Feuer (unabwendbar, daher Wiedereinsetzung) – , nichts etwas anhaben kann. Bei digitaler Kanzlei-EDV können wir dagegen nie sicher sein, ob der Aktenbestand noch da bzw. nutzbar ist. Eine Vielzahl keineswegs unwahrscheinlicher denkbarer Ereignisse, z. B. einer der zunehmenden Verschlüsselungsangriffe, kann den gesamten Datenbestand unbrauchbar gemacht haben. Und wenn die Sicherungsmedien während des Angriffes verbunden sind, die Sicherungen ebenfalls. Der Schockzustand und die Folgen von „alle (oder ein nicht genau bekannter Teil der) Kanzlei-Akten sind auf einen Schlag einfach weg“ können sich alle Leser sehr gut vorstellen. Und selbst wenn Datensicherungen da sind: Fast nie sind diese in Notfall-Übungen erprobt, nicht selten schlagen in der Praxis Datenrücksicherungen ganz oder – fast genauso schlimm – teilweise fehl.

    Einer Veröffentlichung von Microsoft zum Thema Sicherheit ist zu entnehmen, dass sich die Qualität der Angreifer im Internet, überwiegend aus China, Russland und USA, weg vom einzelnen Hobby-Hacker hin zu hochprofessionell organisierten Strukturen entwickelt hat.

    Die Verfügbarkeit der Kanzlei-EDV, die Ausfallsicherheit, hat in Zukunft wesentlich größere Bedeutung als heute.

    Die existentielle Abhängigkeit von der immer komplexer werdend Kanzlei-EDV, verbunden mit einem fortlaufend ansteigenden elektronischen Fehler-/Angriffs-/Ausspähungs-/Erpressungs-/Sabotagepotential führt zwangsläufig zur Überlegung, dass für die digitale Kanzlei im Zeitalter von ERV und beA die Auslagerung der Kanzlei-EDV in ein Rechenzentrum (RZ) geboten ist. In anderen europäischen Ländern – z. B. Skandinavien – ist diese Entwicklung wesentlich weiter. In ein bis zwei Jahrzehnten wird auch in Deutschland die Kanzlei-EDV in der Cloud, d.h. im Rechenzentrum üblich sein.

    Wie sicher sind meine Daten im Rechenzentrum? Die Antwort ist einfach: jedenfalls sicherer als in der Kanzlei! Keine Kanzlei kann den Aufwand eines großen RZ hinsichtlich rund um die Uhr zu gewährleistender Ausfallsicherheit, 2-facher und oft 3-facher Redundanz der Systeme, höchster technischer Qualität der Komponenten, elektronischer und realer Zugangssicherungen, einer permanent wachenden und aktiven Gefahrenabwehr gegen Cyber-Angriffe und Schadsoftware betreiben.

    Die Methode der Wahl ist die virtualisierte Kanzlei-EDV in der Cloud, die isoliert von der Hardware und Administration des RZ ausgeführt wird. Cloud-Computing bezeichnet die Nutzung durch Dritte zur Verfügung gestellte EDV-Ressourcen über das Internet. Unterschieden werden Public Cloud und Private Cloud. Public Cloud teilt sich die Hardware-Ressourcen im RZ mit anderen Nutzern, Private Cloud nutzt exklusiv dem RZ-Kunden Konto zugewiesene Hardware-Ressourcen. Public Cloud ist erheblich einfacher und preisgünstiger als Private Cloud. Public Cloud ist für die kleinere Kanzlei mit 1-2 Berufsträgern empfehlenswert. Ein Arbeitsplatz-PC übernimmt zusätzlich die zentrale Datenhaltung. Darüber hinaus oder bei erhöhten Sicherheitsanforderungen ist die Private Cloud Lösung empfehlenswert, bei der die Datenhaltung in einer gesonderten „vServer“ virtuellen Maschine, optional auch mit SQL Datenbank, ausgeführt wird.

    Die Kosten der Kanzlei-EDV in der Cloud liegen in der langfristen Betrachtung „über Alles“ betrachtet jedenfalls in der Größenordnung einer hochwertigen lokalen EDV-Anlage. Einzubeziehen sind die Stromkosten, Gesamtkosten von Störungen, Ausfallzeiten für Austausch veralteter Geräte, Zeit-Aufwand des Anwalts für die intellektuelle Beschäftigung mit dem Thema, Kalkulation möglicher Ausfallschäden bis hin zum Regress. Im RZ werden turnusmäßig ohne Störung des laufenden Betriebes die Hardware erneuert, man arbeitet stets auf moderner Hardware. Hardwarekomponenten im RZ sind doppelt (Raid) und teilweise dreifach ausgelegt, um eine fast bei 100% liegende Verfügbarkeit auf Jahre und Jahrzehnte zu gewährleisten.

    Die von RA-MICRO ausgewählten RZ haben einfache Oberflächen des Kundenkontos, die auch dem fachkundigen Laien die administrative Verwaltung der RZ-Leistungen ermöglicht. Alternativ kann die Administration des Systems mitsamt der Betreuung des RZ-Kundenkontos durch einen EDV-Dienstleister erfolgen.