RA-MICRO v virtuelle Anwalts-EDV in der Microsoft Azure Cloud
Von RA Dr. Peter Becker, Berlin

1. Warum virtuelle PC Hardware von Microsoft Azure?

Eine Lösung aus „einem Guss“

Wenn Software und Hardware aus „einem Guss“ sind, ist das für die Sicherheit und Produktivität beim grundsätzlich störungsgeneigtem EDV-Betrieb die beste Lösung. Ein virtueller PC von Microsoft bildet mit dem Windows Betriebssystem (und optional mit der SQL Datenbank) von Microsoft eine perfekte Einheit. Auch die RA-MICRO und DictaNet Anwendungssoftware ist primär mit Microsoft Werkzeugen und Microsoft Bibliotheken hergestellt.

Virtuelle Hardware lebt „ewig“

Ein reale PC- und Netzwerk-Hardward altert, nutzt sich durch Materialermüdung ab, wird unmodern, ist reparaturanfällig, muss gegen Sabotage und Diebstahl gesichert werden, muss durch Fachpersonal häufig auch Vor-Ort gewartet oder repariert oder leistungsmäßig verändert werden, z.B. durch mehr oder moderneren Speicher oder modernere Betriebssystem-Komponenten. Und es hat den typischen Lebenszyklus vergleichbar einem Pkw, irgendwann steht die komplette Erneuerung an.
Wenn man diese Notwendigkeiten hinsichtlich des Störungspotentiales, der Kosten und der damit wiederkehrend verbundenen Notwendigkeit der intellektuellen Beschäftigung des Anwalts mit dem Kanzlei-EDV Organisations- und Investitionsthema auf ein ganzes Kanzleileben summiert, – dann wird der langfristige Vorteil einer virtuellen PC- und Netzwerk-Hardware evident.

Virtuelle Hardware ist skalierbar

Faszinierend und spektakulär für den hinsichtlich Aufwand und Kosten von EDV-Hardware Erneuerung erfahrenen (geplagten) Anwalt ist die simpel zu bedienende Möglichkeit, die Leistung einer virtuellen Azure Maschine (also des RA-MICRO vPC Arbeitsplatzes) zu verändern. Dazu muss man den PC noch nicht einmal herunterfahren! Man geht auf die Lasche „Größe“, dann kommt eine Auswahl der buchbaren Maschinengrößen – und wenn man temporär mehr Leistung oder mehr Speicher nutzen oder ausprobieren möchte, wählt man einfach eine andere Maschinengröße. Die Abrechnung erfolgt stundenweise, so dass diese Veränderung mit marginalen Kostenauswirkungen erstmal verbunden ist. Es gibt keine Festschreibungen, keine langen Abos, – man kann beliebig oft das verändern, bis man die für sich optimale Größe und Leistung gefunden hat. Anders wo man sich beim Anschaffung der Leistung einer Hardware (nehme ich i5 oder doch besser i7?) nach dem Motto: wie man sich bettet so liegt man das Risiko einer irreversiblen Fehlentscheidung hat, braucht man hier garnichts überlegen und entscheiden bei der Anschaffung von RA-MICRO v. RA-MICRO v liefert einen für die Anwendung von in der Kanzlei optimal hinsichtlich des Kosten-Nutzen Verhältnisses ausgelegten VM Typ aus, der ca. 0,0044 Cent je Betriebsstunde kostet. Das sind bei 5 Arbeitstagen zu 12 Stunden 8-20 H ca. 2, 65 Euro je Woche oder ca. 11 Euro p.m. Dieser vPC hat 4 GB RAM, – benötigt man für besondere Leistungsanforderungen mehr, kann man das beliebig auf einer nach oben offenen Leistungs- und Preisskala erweitern, – der Anwalt wird oft eine leistungsfähigere Maschine mit schnellerem Ansprechverhalten (vergleichbar der Beschleunigung beim Auto) wünschen, da empfiehlt sich die F Klasse, die dann schon bei 0,1 – 0,2 Cent pro Betriebsstunde liegt.
Ebenso beim Netzwerkserver. Problem: Server zu langsam? Einfach eine größere Maschine wählen,- Problem behoben.

2. Ist virtuelle PC Hardware von Microsoft Azure billiger oder teurer als reale Hardware in der Kanzlei?

Die Antwort kann nur lauten: Das kommt darauf an
Das kann billiger, das kann auch teurer sein. Man muss ja bedenken, dass man trotzdem PC und Netzwerk-Hardware in der Kanzlei braucht, die auch Strom verbraucht. Aber: diese Hardware kann ganz wesentlich preiswerter, weniger komplex und leistungsschwächer sein, als die bisherige Hardware, deren Leistung die Produktivität der Kanzlei bestimmte. Einfache, wenig Strom verbrauchende Endgeräte reichen, diese versorgen ja „nur“ Bildschirm und Tastatur und Internetverbindung mit Leistung, – die leistungshungrigen, komplexen EDV Ressourcen liegen in der Azure Cloud. Grundsätzlich geht jeder PC dafür in der Kanzlei, egal wie alt er ist. Empfehlenswert bei Neuanschaffung von PC Hardware für eine virtuelle Kanzlei-EDV sind z.B. kleine Steck-PCs in der Größe eines USB Sticks (so 250 Euro), die nur in den HDMI Anschluss eines Monitors gesteckt werden.

Als Faustregel kann man sagen, dass die virtuelle Kanzlei-EDV Kosten in der Grössenordnung der herkömmlichen Kanzlei-EDV liegt, aber i.d.R. etwas darüber liegen – der Preis für die größere Sicherheit und den höheren Komfort der virtuellen Kanzlei-EDV.

3. Ist virtuelle Kanzlei-EDV von Microsoft Azure sicherer oder unsicherer als reale Kanzlei-EDV?

Die Sicherheitsvorkehrung der typischen Kanzlei-EDV gegen Internet- Ausspähung und Sabotage in der Kanzlei beschränkt sich auf einen preiswerten Router der Telefongesellschaft, i.d.R. niedriger Leistungsklasse, mit ungepflegter Systemhardware.
Dagegen ist die Absicherung der Kanzlei-EDV bei Azure auf absolut höchstem technischen, laufend administrativ betreuten (und verteidigten) Niveau, – das ist um Potenzen qualitativ sicherer als der Stand in den Kanzleien. Ein zusätzliches empfehlenswertes im Azure Kunden-Konto dazu buchbares Internet-Sicherheitspaket (ca. 15 Euro mntl. je VM) hebt das Niveau weiter an auf das maximal derzeit technisch Mögliche.

Das nächste, in aller Regel in den Kanzlei unbefriedigend geregelte Thema ist die Datensicherung. Immer wieder ist von teilweisen oder vollständigen Datenverlusten in Anwaltskanzleien zu hören, – weil die RA-MICRO Empfehlungen – nach zwei verschiedenen Methoden zu sichern, nicht umgesetzt wird, – weil einfach in der Praxis die Zeit für dieses Thema nicht da ist. Und weil die Methoden oft selber so technisch anfällig sind, dass oft die Sicherungen nicht rücksicherbar sind. Azure bietet eine vollautomatische Sicherung von VM Maschinen nach einem einstellbaren Sicherungsplan, i.d.R. täglich eine Sicherung. Die Kosten kann man als Faustregel mit ca. 20 Euro monatlich veranschlagen. Ob man nun alle VMs (RA-MICRO vpc Arbeitsplätze) sichert (derzeit werden die lokalen Arbeitsplatz-PCs mit ihren lokalen Festplatten ja auch nicht gesichert) oder nur die VM, die die Datenhaltung macht, kann jeder für sich entscheiden. Jedenfalls ist eine bessere Behandlung des Datensicherungsthemas kaum denkbar.
Also zweite Datensicherungsmethode wählt man ein, die die Daten auch außerhalb von Azure sichert. Dafür bietet das RA-MICRO vClone Programm für die RA-MICRO Daten eine gute Lösung, z.B. die Daten in der Schweizer Sicherheits-Cloud „Tresorit“ zusätzlich zu speichern oder auch über die RDP Freigabe auf einen lokalen PC in der Kanzlei. Eine Vielzahl von weiteren Datensicherungsmethoden sind in der Azure VM zusätzlich möglich, z.B. von Acronis.

4. Erfüllt die RA-MICRO v Lösung in Microsoft Azure die europäischen Datenschutzvorschriften?

Ja. Die Daten werden in einem Azure Rechenzentrum in der EU gehalten. Microsoft garantiert die Einhaltung der europäischen Datenschutzvorschriften, und damit auch der des BSDG.

5. Bin ich von Azure dann abhängig oder kann ich auch ohne Azure meine Kanzlei-EDV wieder lokal einrichten?

Das ganz einfache, ressourcensparende RA-MICRO Dateisystem ist „transportabel“. Wenn Sie mit vClone wie empfohlen die RA-MICRO Daten aus der Cloud laufend auf einen lokalen PC sichern, können Sie sofort damit wieder eine lokale RA-MICRO Kanzlei-EDV einrichten. Einfach im Kanzlei LAN den RA-MICRO Datenordner freigeben, die anderen Kanzlei PC damit als Laufwerk verbinden, und Sie können Ihr Azure Cloud Konto schließen.

Etwas komplizierter ist das, wenn Sie eine SQL Datenbank nutzen, was aber nur ein sehr geringer Anteil der Kanzleien in der Praxis wegen der damit verbundenen weit höheren Komplexität der Kanzlei-EDV und Abhängigkeit von externer Administration macht: Die SQL Datenbank muss gesondert extern gesichert werden und im Falle einer Migration der Kanzlei-EDV durch Fachpersonal neu eingebunden werden, was aber technisch unproblematisch ist und in jedem Fall so die Migration jederzeit ebenfalls möglich macht.

  • Die Zukunft der Kanzlei-EDV liegt in der Cloud
    von RA Dr. Peter Becker, Berlin

    Die permanent anwachsende Komplexität der PC-basierten Kanzlei-EDV, deren immense Steigerung im Zeitalter von beA und ERV absehbar ist, führt zunehmend zu einer unvertretbar hohen Technizität in der Anwalts-Kanzlei. Der Sinn der Kanzlei-EDV verkehrt sich zunehmend, aus einer Kostenentlastung und Vereinfachung wird eine Kostenbelastung und Verkomplizierung der anwaltlichen Berufsausübung.

    Diese weltweit die Unternehmen treffende Entwicklung hat zur Entwicklung von Cloud Lösungen geführt, die die EDV-Komplexität in Rechenzentren verlagert. Vor-Ort im Büro werden nur Endgeräte nutzt, die als Apple oder Windows PC, Smartphones, Tablets für die einfache Handhabung durch den Benutzer konzipiert sind. Microsoft hat die Azure Cloud als eine Erweiterung des Windows Betriebssystem entwickelt, die eine solche Verlagerung ermöglicht. Die Microsoft Azure Cloud Lösung ist aufgrund des perfekten Zusammenspiels aller Microsoft Komponenten allen anderen Cloud-Lösungen bei Weitem vorzuziehen.

    Nach meiner Meinung gehört in die Anwaltskanzlei keine komplexe EDV-Technik die eine fachadministrative Betreuung erfordert. Keine Server (-räume), keine Datenhaltung, keine komplexe Netzwerktechnik. Diese gehören in die Cloud, wo diese auf höchstem fachlichen Niveau stabil und sicher gemanaged werden.

    RA-MICRO v bietet ein umfassendes Organisationskonzept für eine zeitgemäße Kanzlei-EDV in der Microsoft Azure Cloud. Ich empfehle RA-MICRO v. Ein Mini PC in Größe eines USB Sticks, in den HDMI des Monitors eingesteckt, ist im Zeitalter der Cloud-EDV die optimal kosten- und emissionsarme Wahl für einen optimalen Arbeitsplatz PC. Ein moderner sicherer WLAN Router für den Anschluss der Peripherie Geräte wie Drucker und Scanner, ein guter Internetanschluss, mehr braucht man heute nicht mehr in der Kanzlei an EDV-Technik.

  • Installationskurve

  • RA-MICRO 1 InfografikDie heute marktführende RA-MICRO Kanzleisoftware ist auf über 60.000 Arbeitsplätzen im Einsatz. Sie wurde vor 30 Jahren in der Berliner Praxis von RA Dr. Becker aus der täglichen Kanzleiarbeit heraus geschaffen und ist bis heute unübertroffen praxisgerecht. Seither wird die Software von RA Dr. Becker als Programmarchitekt mit dem von ihm gegründetem Unternehmen RA-MICRO GmbH & Co. KGaA und dessen auf über 100 Mitarbeiter angewachsenen Entwicklungsabteilung praxisgerecht zum Nutzen der deutschen Anwaltschaft weiterentwickelt. Mit etwa 500 Mitarbeitern unterstützt die deutsche RA-MICRO Organisation dt. Anwenderkanzleien. Die Gesellschaft ist im besonderen Maße den anwaltlichen berufsständischen Anliegen und seinen anwaltlichen Kunden verpflichtet.