Die festlich geschmückte Gedächtniskirche am Breitscheidplatz bildete den passenden optischen Hintergrund für den ersten „Tag der offenen Tür“, den RA‑MICRO Tag der offenen TürHauptgeschäftsführer RA Josef Heinz in der RA-MICRO Akademie im Berliner Europa-Center eröffnete. Die knapp 100 über den Tag verteilten Gäste waren neugierig und interessiert, RA-MICRO sowie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auch über die aktuellen Sachthemen hinaus kennenzulernen. So entstand eine tolle Atmosphäre.

An den RA-MICRO Präsentationstischen waren die Besucher eingeladen, sich über die vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten der Kanzleisoftware ein umfassendes Bild zu machen. Themen waren unter anderem der Einstieg in RA-MICRO für Kanzleistarter, die Online Recherchen, der Deutsche Anwaltssuchdienst DASD, der E-Rechtsschutz, die mobile Nutzung der RA-MICRO APP, das Modul Finanzbuchhaltung und die Spracherkennung von DictaNet. Ein weiterer Präsentationstisch bot eine Vielzahl an Informationen rund um das virtualisierte Arbeiten mit dem vSystem. Alle Tische waren bei den Teilnehmern sehr gefragt.

beA steht im Mittelpunkt des Interesses

Das derzeit brennendste Thema ist beA, und so verwunderte es kaum, dass sich an diesem Thementisch stets die meisten Gäste tummelten. Kurz vor dem Start der passiven beA-Nutzungspflicht informierten sich die Besucher über die Integration der beA-Schnittstelle in die Kanzleisoftware. Die Besucher konnten sich nicht nur am Thementisch, sondern auch in einzelnen Kundengesprächen hierzu informieren.

Am beA-Tisch zeigte sich auch, dass der Stand der Vorbereitung auf das besondere elektronische Anwaltspostfach in den Kanzleien uneinheitlich ist. Viele sind schon gut darauf eingestellt und haben ihre beA-Karte Basis, die Mitarbeiterkarte, das Signaturgerät etc. längst im Büro, sich auch schon im Web-Client registriert und die Security Software installiert. Ebenso viele Kanzleien sind jedoch noch nicht im Besitz der erforderlichen Komponenten. Auch aus diesem Grund laden wir unsere Kunden im ersten Quartal 2018 dazu ein, eine unserer täglich in der RA-Akademie stattfindenden beA-Informationsveranstaltungen zu besuchen.

Tag der offenen TürMehr als eine gelungene Veranstaltung aus Kundensicht

Bereits während der Veranstaltung und erst recht nach ihrem Ende zeigten die Gäste eine sehr positive Resonanz auf den Tag der offenen Tür und lobten das Engagement der RA-MICRO Mitarbeiter. Einige Teilnehmer, die ursprünglich nur gekommen waren, um sich über die Themen beA und FiBu informieren zu lassen, ließen sich von der tollen Atmosphäre anstecken und verlängerten ihren Besuch spontan. Das tolle Catering rundete den Tag der offenen Tür auf angemessene Weise ab. Wir freuen uns schon jetzt auf eine Wiederholung im kommenden neuen Jahr 2018.

 

  • Die Zukunft der deutschen Kanzlei-EDV liegt in der Cloud
    von RA Dr. Peter Becker, Berlin

    Die künftige digitale Anwaltskanzlei erfordert einen neuen Typ von Kanzlei-EDV. Die heute typische PC-Netzwerk-Kanzlei-EDV ist ausgelegt als additives Werkzeug zur Papier-Organisation. Soll die Elektronik anstelle des Papiers die zentrale, alleinige Grundlage der anwaltlichen Kanzlei-Existenz sein, sind weitergehende Überlegungen zur elektronischen Kanzleiorganisation anzustellen.

    Bei der digitalen Kanzlei fällt der existentiell entscheidende Vorteil der Papierakte weg: Die jederzeitige Verfügbarkeit. Auch wenn wir in der Praxis oft und ausgiebig, zuweilen ergebnislos, eine Akte suchen, ist doch der Aktenbestand als Gesamtheit eine beruhigende Existenzgrundlage, dem, – außer dem seltenen Fall von Naturkatastrophen oder Feuer (unabwendbar, daher Wiedereinsetzung) – , nichts etwas anhaben kann. Bei digitaler Kanzlei-EDV können wir dagegen nie sicher sein, ob der Aktenbestand noch da bzw. nutzbar ist. Eine Vielzahl keineswegs unwahrscheinlicher denkbarer Ereignisse, z. B. einer der zunehmenden Verschlüsselungsangriffe, kann den gesamten Datenbestand unbrauchbar gemacht haben. Und wenn die Sicherungsmedien während des Angriffes verbunden sind, die Sicherungen ebenfalls. Der Schockzustand und die Folgen von „alle (oder ein nicht genau bekannter Teil der) Kanzlei-Akten sind auf einen Schlag einfach weg“ können sich alle Leser sehr gut vorstellen. Und selbst wenn Datensicherungen da sind: Fast nie sind diese in Notfall-Übungen erprobt, nicht selten schlagen in der Praxis Datenrücksicherungen ganz oder – fast genauso schlimm – teilweise fehl.

    Einer Veröffentlichung von Microsoft zum Thema Sicherheit ist zu entnehmen, dass sich die Qualität der Angreifer im Internet, überwiegend aus China, Russland und USA, weg vom einzelnen Hobby-Hacker hin zu hochprofessionell organisierten Strukturen entwickelt hat.

    Die Verfügbarkeit der Kanzlei-EDV, die Ausfallsicherheit, hat in Zukunft wesentlich größere Bedeutung als heute.

    Die existentielle Abhängigkeit von der immer komplexer werdend Kanzlei-EDV, verbunden mit einem fortlaufend ansteigenden elektronischen Fehler-/Angriffs-/Ausspähungs-/Erpressungs-/Sabotagepotential führt zwangsläufig zur Überlegung, dass für die digitale Kanzlei im Zeitalter von ERV und beA die Auslagerung der Kanzlei-EDV in ein Rechenzentrum (RZ) geboten ist. In anderen europäischen Ländern – z. B. Skandinavien – ist diese Entwicklung wesentlich weiter. In ein bis zwei Jahrzehnten wird auch in Deutschland die Kanzlei-EDV in der Cloud, d.h. im Rechenzentrum üblich sein.

    Wie sicher sind meine Daten im Rechenzentrum? Die Antwort ist einfach: jedenfalls sicherer als in der Kanzlei! Keine Kanzlei kann den Aufwand eines großen RZ hinsichtlich rund um die Uhr zu gewährleistender Ausfallsicherheit, 2-facher und oft 3-facher Redundanz der Systeme, höchster technischer Qualität der Komponenten, elektronischer und realer Zugangssicherungen, einer permanent wachenden und aktiven Gefahrenabwehr gegen Cyber-Angriffe und Schadsoftware betreiben.

    Die Methode der Wahl ist die virtualisierte Kanzlei-EDV in der Cloud, die isoliert von der Hardware und Administration des RZ ausgeführt wird. Cloud-Computing bezeichnet die Nutzung durch Dritte zur Verfügung gestellte EDV-Ressourcen über das Internet. Unterschieden werden Public Cloud und Private Cloud. Public Cloud teilt sich die Hardware-Ressourcen im RZ mit anderen Nutzern, Private Cloud nutzt exklusiv dem RZ-Kunden Konto zugewiesene Hardware-Ressourcen. Public Cloud ist erheblich einfacher und preisgünstiger als Private Cloud. Public Cloud ist für die kleinere Kanzlei mit 1-2 Berufsträgern empfehlenswert. Ein Arbeitsplatz-PC übernimmt zusätzlich die zentrale Datenhaltung. Darüber hinaus oder bei erhöhten Sicherheitsanforderungen ist die Private Cloud Lösung empfehlenswert, bei der die Datenhaltung in einer gesonderten „vServer“ virtuellen Maschine, optional auch mit SQL Datenbank, ausgeführt wird.

    Die Kosten der Kanzlei-EDV in der Cloud liegen in der langfristen Betrachtung „über Alles“ betrachtet jedenfalls in der Größenordnung einer hochwertigen lokalen EDV-Anlage. Einzubeziehen sind die Stromkosten, Gesamtkosten von Störungen, Ausfallzeiten für Austausch veralteter Geräte, Zeit-Aufwand des Anwalts für die intellektuelle Beschäftigung mit dem Thema, Kalkulation möglicher Ausfallschäden bis hin zum Regress. Im RZ werden turnusmäßig ohne Störung des laufenden Betriebes die Hardware erneuert, man arbeitet stets auf moderner Hardware. Hardwarekomponenten im RZ sind doppelt (Raid) und teilweise dreifach ausgelegt, um eine fast bei 100% liegende Verfügbarkeit auf Jahre und Jahrzehnte zu gewährleisten.

    Die von RA-MICRO ausgewählten RZ haben einfache Oberflächen des Kundenkontos, die auch dem fachkundigen Laien die administrative Verwaltung der RZ-Leistungen ermöglicht. Alternativ kann die Administration des Systems mitsamt der Betreuung des RZ-Kundenkontos durch einen EDV-Dienstleister erfolgen.