Aus unserer Reihe der RA-MICRO Vor-Ort-Partner stellen wir Ihnen heute das Team aus Hamburg vor.

Die RA-MICRO Hamburg GmbH feiert dieses Jahr bereits ihr 15-jähriges Bestehen. Die Wurzeln des Unternehmens reichen bis in die RA-MICRO Gründungszeiten Mitte der 80er Jahre. Seit der Firmengründung der jetzigen GmbH im Jahr 2003 lautet das Motto auch in Hamburg: „Vom Anwalt für den Anwalt“. Um jederzeit kompetente Beratung und Schulung anbieten zu können, wird großer Wert darauf gelegt, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eine juristische Berufsausbildung als ReFa, ReNo oder Rechtsanwalt haben. Nur so wird die notwendige professionelle Nähe zum Kunden hundertprozentig gewährleistet. Mit Geschäftsführer RA Hagen Vietz haben Kunden und Interessierte einen kompetenten Ansprechpartner, der sie im Prozess der fortschreitenden Digitalisierung von Anwaltskanzleien persönlich begleitet.

Die beiden Geschäftsführer Max Hoge und RA Hagen Vietz

Die beiden Geschäftsführer Max Hoge und RA Hagen Vietz

Im Fokus der GmbH steht neben dem Support – der durchgängig mit mindestens zwei Mitarbeiterinnen besetzt ist – auch die Fortbildung von Kanzleimitarbeitern. Sehr gut angenommen werden insbesondere die im firmeneigenen Schulungsraum durchgeführten Workshops. Dabei steht jedem Teilnehmer ein PC zur Verfügung, an dem das Gelernte gleich praktisch erprobt werden kann.

Natürlich deckt die RA-MICRO Hamburg GmbH auch den technischen Bereich für Rechtsanwaltskanzleien ab. Als Systemhaus für Juristen kennt man die Anforderungen, die Kanzleien an Hard- und Software stellen. Mit derzeit drei Technikern werden von Ein-Mann-Kanzleien bis zu größeren Verbünden mit über 20 Arbeitsplätzen tagtäglich RA-MICRO Kunden betreut. Wichtigstes Ziel ist dabei, den EDV-Betrieb der Kanzlei jederzeit am Laufen zu halten – auch wenn dazu manchmal unkonventionelle Methoden gewählt werden müssen.

Die neun Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der GmbH mit Sitz in der Bergedorfer Straße 131 verfügen über einen breit gefächerten Erfahrungsschatz. Das Spektrum reicht dabei vom „alten Hasen“ bis hin zur jungen ReFa. Hier trifft Erfahrung auf Innovation und Ideenreichtum. Eins ist aber allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wichtig: Die Arbeit muss Spaß machen. „Bei uns gehört gemeinsames Lernen und gegenseitiger Respekt zum Alltag“, beschreibt Hagen Vietz sein Team. „Jeder hat ein offenes Ohr und nimmt sich Zeit für die Fragen der anderen.“

  • Die Zukunft der deutschen Kanzlei-EDV liegt in der Cloud
    von RA Dr. Peter Becker, Berlin

    Die künftige digitale Anwaltskanzlei erfordert einen neuen Typ von Kanzlei-EDV. Die heute typische PC-Netzwerk-Kanzlei-EDV ist ausgelegt als additives Werkzeug zur Papier-Organisation. Soll die Elektronik anstelle des Papiers die zentrale, alleinige Grundlage der anwaltlichen Kanzlei-Existenz sein, sind weitergehende Überlegungen zur elektronischen Kanzleiorganisation anzustellen.

    Bei der digitalen Kanzlei fällt der existentiell entscheidende Vorteil der Papierakte weg: Die jederzeitige Verfügbarkeit. Auch wenn wir in der Praxis oft und ausgiebig, zuweilen ergebnislos, eine Akte suchen, ist doch der Aktenbestand als Gesamtheit eine beruhigende Existenzgrundlage, dem, – außer dem seltenen Fall von Naturkatastrophen oder Feuer (unabwendbar, daher Wiedereinsetzung) – , nichts etwas anhaben kann. Bei digitaler Kanzlei-EDV können wir dagegen nie sicher sein, ob der Aktenbestand noch da bzw. nutzbar ist. Eine Vielzahl keineswegs unwahrscheinlicher denkbarer Ereignisse, z. B. einer der zunehmenden Verschlüsselungsangriffe, kann den gesamten Datenbestand unbrauchbar gemacht haben. Und wenn die Sicherungsmedien während des Angriffes verbunden sind, die Sicherungen ebenfalls. Der Schockzustand und die Folgen von „alle (oder ein nicht genau bekannter Teil der) Kanzlei-Akten sind auf einen Schlag einfach weg“ können sich alle Leser sehr gut vorstellen. Und selbst wenn Datensicherungen da sind: Fast nie sind diese in Notfall-Übungen erprobt, nicht selten schlagen in der Praxis Datenrücksicherungen ganz oder – fast genauso schlimm – teilweise fehl.

    Einer Veröffentlichung von Microsoft zum Thema Sicherheit ist zu entnehmen, dass sich die Qualität der Angreifer im Internet, überwiegend aus China, Russland und USA, weg vom einzelnen Hobby-Hacker hin zu hochprofessionell organisierten Strukturen entwickelt hat.

    Die Verfügbarkeit der Kanzlei-EDV, die Ausfallsicherheit, hat in Zukunft wesentlich größere Bedeutung als heute.

    Die existentielle Abhängigkeit von der immer komplexer werdend Kanzlei-EDV, verbunden mit einem fortlaufend ansteigenden elektronischen Fehler-/Angriffs-/Ausspähungs-/Erpressungs-/Sabotagepotential führt zwangsläufig zur Überlegung, dass für die digitale Kanzlei im Zeitalter von ERV und beA die Auslagerung der Kanzlei-EDV in ein Rechenzentrum (RZ) geboten ist. In anderen europäischen Ländern – z. B. Skandinavien – ist diese Entwicklung wesentlich weiter. In ein bis zwei Jahrzehnten wird auch in Deutschland die Kanzlei-EDV in der Cloud, d.h. im Rechenzentrum üblich sein.

    Wie sicher sind meine Daten im Rechenzentrum? Die Antwort ist einfach: jedenfalls sicherer als in der Kanzlei! Keine Kanzlei kann den Aufwand eines großen RZ hinsichtlich rund um die Uhr zu gewährleistender Ausfallsicherheit, 2-facher und oft 3-facher Redundanz der Systeme, höchster technischer Qualität der Komponenten, elektronischer und realer Zugangssicherungen, einer permanent wachenden und aktiven Gefahrenabwehr gegen Cyber-Angriffe und Schadsoftware betreiben.

    Die Methode der Wahl ist die virtualisierte Kanzlei-EDV in der Cloud, die isoliert von der Hardware und Administration des RZ ausgeführt wird. Cloud-Computing bezeichnet die Nutzung durch Dritte zur Verfügung gestellte EDV-Ressourcen über das Internet. Unterschieden werden Public Cloud und Private Cloud. Public Cloud teilt sich die Hardware-Ressourcen im RZ mit anderen Nutzern, Private Cloud nutzt exklusiv dem RZ-Kunden Konto zugewiesene Hardware-Ressourcen. Public Cloud ist erheblich einfacher und preisgünstiger als Private Cloud. Public Cloud ist für die kleinere Kanzlei mit 1-2 Berufsträgern empfehlenswert. Ein Arbeitsplatz-PC übernimmt zusätzlich die zentrale Datenhaltung. Darüber hinaus oder bei erhöhten Sicherheitsanforderungen ist die Private Cloud Lösung empfehlenswert, bei der die Datenhaltung in einer gesonderten „vServer“ virtuellen Maschine, optional auch mit SQL Datenbank, ausgeführt wird.

    Die Kosten der Kanzlei-EDV in der Cloud liegen in der langfristen Betrachtung „über Alles“ betrachtet jedenfalls in der Größenordnung einer hochwertigen lokalen EDV-Anlage. Einzubeziehen sind die Stromkosten, Gesamtkosten von Störungen, Ausfallzeiten für Austausch veralteter Geräte, Zeit-Aufwand des Anwalts für die intellektuelle Beschäftigung mit dem Thema, Kalkulation möglicher Ausfallschäden bis hin zum Regress. Im RZ werden turnusmäßig ohne Störung des laufenden Betriebes die Hardware erneuert, man arbeitet stets auf moderner Hardware. Hardwarekomponenten im RZ sind doppelt (Raid) und teilweise dreifach ausgelegt, um eine fast bei 100% liegende Verfügbarkeit auf Jahre und Jahrzehnte zu gewährleisten.

    Die von RA-MICRO ausgewählten RZ haben einfache Oberflächen des Kundenkontos, die auch dem fachkundigen Laien die administrative Verwaltung der RZ-Leistungen ermöglicht. Alternativ kann die Administration des Systems mitsamt der Betreuung des RZ-Kundenkontos durch einen EDV-Dienstleister erfolgen.