RA-MICRO Veranstaltungen in München am 4. und 5. Juli

Für das regelmäßige Anwendertreffen hat das RA-MICRO Stammhaus diesen Monat in die bayerische Landeshauptstadt geladen. Die Themenschwerpunkte der kostenlosen Veranstaltung waren Programmneuerungen sowie die besonders nachgefragten Produktbereiche Apps und Virtualisierung. Durch die Veranstaltung führten die beiden Rechtsanwälte Frau Linda Jahnke und Dr. Stefan Rinke.

In einem als Intensivschulung gestalteten Programmpunkt wurde zunächst in die RA-MICRO APP eingeführt und die sicher verschlüsselte Akten- und Postkorbführung sowie die RA-MICRO Kalendersynchronisation präsentiert. Im Anschluss wurden die aktuellen Anpassungen der RA-MICRO Kanzleisoftware an die DSGVO und der RA-MICRO Entscheidungsfinder, mit dem direkt aus dem Programm heraus auf die umfangreiche JURION Rechtsprechungsdatenbank zugegriffen werden kann, thematisiert. Auf reges Interesse stieß auch die digitale Kanzleiorganisation mit der sicheren Virtualisierung der Kanzlei-EDV im Rechenzentrum durch RA-MICRO v.

Abgerundet wurde die Veranstaltung durch eine Vorstellung der Diktatlösungen aus dem Hause Jurasoft. Die DictaNet App und DictaNet Office ermöglichen digitales Diktieren mit ausgereifter Spracherkennung sowohl am Kanzleiarbeitsplatz als auch von unterwegs.

Am Folgetag stand das Thema der „verschlüsselten Anwaltskommunikation“ mit RA-MICRO im Rahmen einer Sonderveranstaltung in der Landesrepräsentanz Bayern im Mittelpunkt. Um eine sichere Kommunikation zu garantieren, bietet RA-MICRO mit jeder der oben genannten Komponenten auch eine verschlüsselte Lösung an. Themenschwerpunkte waren hier die mobilen App-Lösungen von RA-MICRO und DictaNet sowie die Verschlüsselungsmöglichkeiten von Dokumenten und E-Mails. Durch die PDF-Verschlüsselung und das Outlook Add-in RA Krypt sind diese einfach und komfortabel in den Kanzleialltag integrierbar. Überzeugen konnten auch die neue Online Mandats-Aufnahme und die sichere Mandantenkommunikation mit der RA-MICRO Mandant App.

Während das monatliche Anwendertreffen in die nächste Metropolregion weiterzieht und am 22. August 2018 nach Dresden einlädt, eröffnet die Landesrepräsentanz Bayern schon am 20. Juli ihre neuen Räumlichkeiten und begrüßt Sie im Herzen von München zu allen Themen rund um RA-MICRO und DictaNet. Wir freuen uns auf Ihren Besuch.

  • Die Zukunft der deutschen Kanzlei-EDV liegt in der Cloud
    von RA Dr. Peter Becker, Berlin

    Die künftige digitale Anwaltskanzlei erfordert einen neuen Typ von Kanzlei-EDV. Die heute typische PC-Netzwerk-Kanzlei-EDV ist ausgelegt als additives Werkzeug zur Papier-Organisation. Soll die Elektronik anstelle des Papiers die zentrale, alleinige Grundlage der anwaltlichen Kanzlei-Existenz sein, sind weitergehende Überlegungen zur elektronischen Kanzleiorganisation anzustellen.

    Bei der digitalen Kanzlei fällt der existentiell entscheidende Vorteil der Papierakte weg: Die jederzeitige Verfügbarkeit. Auch wenn wir in der Praxis oft und ausgiebig, zuweilen ergebnislos, eine Akte suchen, ist doch der Aktenbestand als Gesamtheit eine beruhigende Existenzgrundlage, dem, – außer dem seltenen Fall von Naturkatastrophen oder Feuer (unabwendbar, daher Wiedereinsetzung) – , nichts etwas anhaben kann. Bei digitaler Kanzlei-EDV können wir dagegen nie sicher sein, ob der Aktenbestand noch da bzw. nutzbar ist. Eine Vielzahl keineswegs unwahrscheinlicher denkbarer Ereignisse, z. B. einer der zunehmenden Verschlüsselungsangriffe, kann den gesamten Datenbestand unbrauchbar gemacht haben. Und wenn die Sicherungsmedien während des Angriffes verbunden sind, die Sicherungen ebenfalls. Der Schockzustand und die Folgen von „alle (oder ein nicht genau bekannter Teil der) Kanzlei-Akten sind auf einen Schlag einfach weg“ können sich alle Leser sehr gut vorstellen. Und selbst wenn Datensicherungen da sind: Fast nie sind diese in Notfall-Übungen erprobt, nicht selten schlagen in der Praxis Datenrücksicherungen ganz oder – fast genauso schlimm – teilweise fehl.

    Einer Veröffentlichung von Microsoft zum Thema Sicherheit ist zu entnehmen, dass sich die Qualität der Angreifer im Internet, überwiegend aus China, Russland und USA, weg vom einzelnen Hobby-Hacker hin zu hochprofessionell organisierten Strukturen entwickelt hat.

    Die Verfügbarkeit der Kanzlei-EDV, die Ausfallsicherheit, hat in Zukunft wesentlich größere Bedeutung als heute.

    Die existentielle Abhängigkeit von der immer komplexer werdend Kanzlei-EDV, verbunden mit einem fortlaufend ansteigenden elektronischen Fehler-/Angriffs-/Ausspähungs-/Erpressungs-/Sabotagepotential führt zwangsläufig zur Überlegung, dass für die digitale Kanzlei im Zeitalter von ERV und beA die Auslagerung der Kanzlei-EDV in ein Rechenzentrum (RZ) geboten ist. In anderen europäischen Ländern – z. B. Skandinavien – ist diese Entwicklung wesentlich weiter. In ein bis zwei Jahrzehnten wird auch in Deutschland die Kanzlei-EDV in der Cloud, d.h. im Rechenzentrum üblich sein.

    Wie sicher sind meine Daten im Rechenzentrum? Die Antwort ist einfach: jedenfalls sicherer als in der Kanzlei! Keine Kanzlei kann den Aufwand eines großen RZ hinsichtlich rund um die Uhr zu gewährleistender Ausfallsicherheit, 2-facher und oft 3-facher Redundanz der Systeme, höchster technischer Qualität der Komponenten, elektronischer und realer Zugangssicherungen, einer permanent wachenden und aktiven Gefahrenabwehr gegen Cyber-Angriffe und Schadsoftware betreiben.

    Die Methode der Wahl ist die virtualisierte Kanzlei-EDV in der Cloud, die isoliert von der Hardware und Administration des RZ ausgeführt wird. Cloud-Computing bezeichnet die Nutzung durch Dritte zur Verfügung gestellte EDV-Ressourcen über das Internet. Unterschieden werden Public Cloud und Private Cloud. Public Cloud teilt sich die Hardware-Ressourcen im RZ mit anderen Nutzern, Private Cloud nutzt exklusiv dem RZ-Kunden Konto zugewiesene Hardware-Ressourcen. Public Cloud ist erheblich einfacher und preisgünstiger als Private Cloud. Public Cloud ist für die kleinere Kanzlei mit 1-2 Berufsträgern empfehlenswert. Ein Arbeitsplatz-PC übernimmt zusätzlich die zentrale Datenhaltung. Darüber hinaus oder bei erhöhten Sicherheitsanforderungen ist die Private Cloud Lösung empfehlenswert, bei der die Datenhaltung in einer gesonderten „vServer“ virtuellen Maschine, optional auch mit SQL Datenbank, ausgeführt wird.

    Die Kosten der Kanzlei-EDV in der Cloud liegen in der langfristen Betrachtung „über Alles“ betrachtet jedenfalls in der Größenordnung einer hochwertigen lokalen EDV-Anlage. Einzubeziehen sind die Stromkosten, Gesamtkosten von Störungen, Ausfallzeiten für Austausch veralteter Geräte, Zeit-Aufwand des Anwalts für die intellektuelle Beschäftigung mit dem Thema, Kalkulation möglicher Ausfallschäden bis hin zum Regress. Im RZ werden turnusmäßig ohne Störung des laufenden Betriebes die Hardware erneuert, man arbeitet stets auf moderner Hardware. Hardwarekomponenten im RZ sind doppelt (Raid) und teilweise dreifach ausgelegt, um eine fast bei 100% liegende Verfügbarkeit auf Jahre und Jahrzehnte zu gewährleisten.

    Die von RA-MICRO ausgewählten RZ haben einfache Oberflächen des Kundenkontos, die auch dem fachkundigen Laien die administrative Verwaltung der RZ-Leistungen ermöglicht. Alternativ kann die Administration des Systems mitsamt der Betreuung des RZ-Kundenkontos durch einen EDV-Dienstleister erfolgen.