Positives Fazit der Kanzleitage in der Landes-Repräsentanz Bayern

Themen-Tische und Referenten:

ThemaReferent
vStationO. Kestin
E-Akte und beARA T. Schmidt
Mobiles Arbeiten / AppsDr. S. Rinke
DASD / E-RechtsschutzL. Schulz
Online-RecherchenK. Telschow
DictaNet/Spracherkennung N. Kufner, RA S. Wolter

Gäste:
47 Teilnehmer aus bayrischen Anwaltskanzleien besuchten die Veranstaltung.

Fazit:
Die Kanzleitage in der RA-MICRO Landes-Repräsentanz Bayern waren fraglos ein Erfolg. Die Kunden zeigten sich von dem Konzept überzeugt; auch jene, die zuvor ein wenig skeptisch schienen, warteten nach der Veranstaltung mit Lob auf.

Die angebotenen Themenbereiche wurden sowohl von den Anwältinnen und Anwälten als auch vom Kanzleipersonal gern angenommen. Insbesondere die Komplexe E-Workflow, beA und vSystem weckten so großes Interesse, dass an diesen Thementischen oft die vorgegebene Zeit überzogen wurde. Die Referenten Herr Schmidt und Herr Kestin gingen dennoch auf alle Fragen ein, insbesondere das Thema E-Workflow in Verbindung mit beA ist derzeit ja beherrschender Gegenstand in den Kanzleien.

Online-Recherchen, DASD und Spracherkennung ergänzen das Spektrum

Doch sind neben den genannten Fragestellungen aktuell natürlich auch andere Aspekte von Belang – etwa die Spracherkennung. Am Thementisch von DictaNet präsentierten Frau Kufner und Herr Wolter den Besuchern aktuelle Lösungen und Updates und stellten die Vorteile des Diktierens für Anwälte überzeugend dar.

Einen Tisch weiter zeigten Herr Schulz und Frau Telschow den Gästen die Module DASD (Deutscher Anwaltssuchdienst) sowie die Online-Recherchen. Wie an anderen Tischen entspannen sich hier ebenfalls rege Diskussionen zwischen den Referenten und dem Publikum, was insgesamt zu einer hervorragenden Atmosphäre bei den Kanzleitagen in München führte. Auch an Herrn Dr. Rinkes Thementisch Mobiles Arbeiten/Apps war das Interesse der Besucher greifbar.

Konzept der kleinen Gruppen kommt an

Zum Abschluss der Kanzleitage waren die anwesenden Teilnehmer dazu angehalten, die Veranstaltung zu bewerten. Hier lautete der Tenor, dass den Gästen das Modell der Thementische gefallen hatte. Die dadurch entstandenen kleinen Gruppen an den einzelnen Tischen werteten die Besucher ebenfalls als gut, da so ein intensiverer Austausch mit den Referenten möglich ist.

Kanzlei Braunger nach der Veranstaltung:
„Es war großartig. Das Konzept ist genial. Wir konnten als Kanzlei von Thementisch zu Thementisch und kamen aus dem Mitschreiben gar nicht mehr raus. Sie haben Referenten nach München geladen, die alle – wirklich alle – ausgesprochen freundlich, hilfsbereit und kompetent sind. Wir möchten unbedingt wieder zu solchen Veranstaltungen geladen werden. Wir danken Ihnen!“

Ausblick:
Die thematischen Kundenwünsche für die kommenden Veranstaltungen sind beA , E-Workflow, Finanzbuchhaltung und Zwangsvollstreckung.

Alexandra Hanstein, Leiterin RA-MICRO Landes-Repräsentanz Bayern

  • Die Zukunft der deutschen Kanzlei-EDV liegt in der Cloud
    von RA Dr. Peter Becker, Berlin

    Die künftige digitale Anwaltskanzlei erfordert einen neuen Typ von Kanzlei-EDV. Die heute typische PC-Netzwerk-Kanzlei-EDV ist ausgelegt als additives Werkzeug zur Papier-Organisation. Soll die Elektronik anstelle des Papiers die zentrale, alleinige Grundlage der anwaltlichen Kanzlei-Existenz sein, sind weitergehende Überlegungen zur elektronischen Kanzleiorganisation anzustellen.

    Bei der digitalen Kanzlei fällt der existentiell entscheidende Vorteil der Papierakte weg: Die jederzeitige Verfügbarkeit. Auch wenn wir in der Praxis oft und ausgiebig, zuweilen ergebnislos, eine Akte suchen, ist doch der Aktenbestand als Gesamtheit eine beruhigende Existenzgrundlage, dem, – außer dem seltenen Fall von Naturkatastrophen oder Feuer (unabwendbar, daher Wiedereinsetzung) – , nichts etwas anhaben kann. Bei digitaler Kanzlei-EDV können wir dagegen nie sicher sein, ob der Aktenbestand noch da bzw. nutzbar ist. Eine Vielzahl keineswegs unwahrscheinlicher denkbarer Ereignisse, z. B. einer der zunehmenden Verschlüsselungsangriffe, kann den gesamten Datenbestand unbrauchbar gemacht haben. Und wenn die Sicherungsmedien während des Angriffes verbunden sind, die Sicherungen ebenfalls. Der Schockzustand und die Folgen von „alle (oder ein nicht genau bekannter Teil der) Kanzlei-Akten sind auf einen Schlag einfach weg“ können sich alle Leser sehr gut vorstellen. Und selbst wenn Datensicherungen da sind: Fast nie sind diese in Notfall-Übungen erprobt, nicht selten schlagen in der Praxis Datenrücksicherungen ganz oder – fast genauso schlimm – teilweise fehl.

    Einer Veröffentlichung von Microsoft zum Thema Sicherheit ist zu entnehmen, dass sich die Qualität der Angreifer im Internet, überwiegend aus China, Russland und USA, weg vom einzelnen Hobby-Hacker hin zu hochprofessionell organisierten Strukturen entwickelt hat.

    Die Verfügbarkeit der Kanzlei-EDV, die Ausfallsicherheit, hat in Zukunft wesentlich größere Bedeutung als heute.

    Die existentielle Abhängigkeit von der immer komplexer werdend Kanzlei-EDV, verbunden mit einem fortlaufend ansteigenden elektronischen Fehler-/Angriffs-/Ausspähungs-/Erpressungs-/Sabotagepotential führt zwangsläufig zur Überlegung, dass für die digitale Kanzlei im Zeitalter von ERV und beA die Auslagerung der Kanzlei-EDV in ein Rechenzentrum (RZ) geboten ist. In anderen europäischen Ländern – z. B. Skandinavien – ist diese Entwicklung wesentlich weiter. In ein bis zwei Jahrzehnten wird auch in Deutschland die Kanzlei-EDV in der Cloud, d.h. im Rechenzentrum üblich sein.

    Wie sicher sind meine Daten im Rechenzentrum? Die Antwort ist einfach: jedenfalls sicherer als in der Kanzlei! Keine Kanzlei kann den Aufwand eines großen RZ hinsichtlich rund um die Uhr zu gewährleistender Ausfallsicherheit, 2-facher und oft 3-facher Redundanz der Systeme, höchster technischer Qualität der Komponenten, elektronischer und realer Zugangssicherungen, einer permanent wachenden und aktiven Gefahrenabwehr gegen Cyber-Angriffe und Schadsoftware betreiben.

    Die Methode der Wahl ist die virtualisierte Kanzlei-EDV in der Cloud, die isoliert von der Hardware und Administration des RZ ausgeführt wird. Cloud-Computing bezeichnet die Nutzung durch Dritte zur Verfügung gestellte EDV-Ressourcen über das Internet. Unterschieden werden Public Cloud und Private Cloud. Public Cloud teilt sich die Hardware-Ressourcen im RZ mit anderen Nutzern, Private Cloud nutzt exklusiv dem RZ-Kunden Konto zugewiesene Hardware-Ressourcen. Public Cloud ist erheblich einfacher und preisgünstiger als Private Cloud. Public Cloud ist für die kleinere Kanzlei mit 1-2 Berufsträgern empfehlenswert. Ein Arbeitsplatz-PC übernimmt zusätzlich die zentrale Datenhaltung. Darüber hinaus oder bei erhöhten Sicherheitsanforderungen ist die Private Cloud Lösung empfehlenswert, bei der die Datenhaltung in einer gesonderten „vServer“ virtuellen Maschine, optional auch mit SQL Datenbank, ausgeführt wird.

    Die Kosten der Kanzlei-EDV in der Cloud liegen in der langfristen Betrachtung „über Alles“ betrachtet jedenfalls in der Größenordnung einer hochwertigen lokalen EDV-Anlage. Einzubeziehen sind die Stromkosten, Gesamtkosten von Störungen, Ausfallzeiten für Austausch veralteter Geräte, Zeit-Aufwand des Anwalts für die intellektuelle Beschäftigung mit dem Thema, Kalkulation möglicher Ausfallschäden bis hin zum Regress. Im RZ werden turnusmäßig ohne Störung des laufenden Betriebes die Hardware erneuert, man arbeitet stets auf moderner Hardware. Hardwarekomponenten im RZ sind doppelt (Raid) und teilweise dreifach ausgelegt, um eine fast bei 100% liegende Verfügbarkeit auf Jahre und Jahrzehnte zu gewährleisten.

    Die von RA-MICRO ausgewählten RZ haben einfache Oberflächen des Kundenkontos, die auch dem fachkundigen Laien die administrative Verwaltung der RZ-Leistungen ermöglicht. Alternativ kann die Administration des Systems mitsamt der Betreuung des RZ-Kundenkontos durch einen EDV-Dienstleister erfolgen.