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Haben Sie Fragen zu RA-MICRO? Nehmen Sie Kontakt mit uns auf:

Frau Rechtsanwältin Otisi-Schaarschmidt, Sie sind im Vorstand der RA-MICRO Software AG – beschreiben Sie kurz Ihren Weg dorthin.

Nachdem ich zunächst in einer Kanzlei arbeitete, haben mich verschiedene Umstände bald in die freie Wirtschaft geführt. In einem Medienunternehmen wurde ich dann – zusätzlich zu den rechtlichen Angelegenheiten, die ich für das Unternehmen übernahm – im Marketing ausgebildet. Die Kombination aus Rechtsanwältin und Marketingexpertin hat mich, nachdem ich in die RA-MICRO Unternehmensgruppe abgeworben wurde, zunächst in den Vorstand der Tochtergesellschaft Jurasoft AG und dann in den Vorstand der RA-MICRO Software AG geführt. Gute, hochwertige Qualifikation ist eins von mehreren wichtigen Stichworten.

Hatten Sie während Ihres Studiums das Gefühl, dass Rechtswissenschaften vorwiegend von Männern studiert wird?

Nein. Rechtswissenschaften und auch die daraus resultierenden Berufsbilder haben sich mir schon immer verhältnismäßig paritätisch dargestellt.

Heute studieren mehr Frauen als Männer Jura, haben Sie eine Idee woran das liegen könnte?

Oft führen junge Menschen bei der Überlegung für ihr Studium idealistische Gründe an. Aber schnell wird klar, dass Jura eine Fachrichtung ist, in der vor allem auch diszipliniert und kontinuierlich gelernt werden muss. Vielleicht ist die Bereitschaft bei jungen Frauen größer, dies abzuleisten. Andererseits ist es aber auch ein sehr facettenreiches Fach, das in sehr unterschiedliche Berufe mit diversen Möglichkeiten münden kann. Dadurch ist es eventuell für junge Frauen sehr leicht vorstellbar, den juristischen Beruf später mit einem zukünftigen Familienleben zu vereinbaren; so fällt die Berufswahl vielleicht leichter auf diese Fachrichtung. Sicher ist es letztlich auch ein Vorteil, dass es in diesem Berufszweig bereits viele weibliche Vorbilder in unserer alltäglichen Gesellschaft gibt.

Ihre beiden Vorstandskollegen bei RA-MICRO sind männlich. Auch ist die Software-Branche eher männerlastig. Wie ist das für Sie in der täglichen Zusammenarbeit?

Sehr angenehm! RA-MICRO ist in vielerlei Hinsicht ein modern aufgestelltes Unternehmen. Ich möchte behaupten, eine gesunde Ausgewogenheit von Männern und Frauen ist Firmenpolitik. Ich selbst habe mich nie davon beeinflussen lassen, ob mein Gegenüber ein Mann oder eine Frau ist, und ich gehe davon aus, dass es meinen Vorstandskollegen genauso geht. Als Grundeinstellung kommt es auf die gegenseitige Achtung der verschiedenen Stärken an und auf das Wissen um die eigenen Schwächen. Dann ist es für das gemeinsame Ziel ein Vorteil, dass die Vorstandskollegen andere Stärken und Schwächen haben als man selbst. Im Arbeitsalltag kommt es vor allem auf Kollegialität und auch auf die eigene Flexibilität an.

Was raten Sie jungen Frauen, die sich für ein Jurastudium interessieren?

Ich kann das nur sehr empfehlen! Generell rate ich jungen Frauen, dass sie sich beruflich so aufstellen, dass Sie unabhängig und mit vielen Möglichkeiten eigenständig durchs Leben gehen können.

  • Die Zukunft der deutschen Kanzlei-EDV liegt in der Cloud
    von RA Dr. Peter Becker, Berlin

    Die künftige digitale Anwaltskanzlei erfordert einen neuen Typ von Kanzlei-EDV. Die heute typische PC-Netzwerk-Kanzlei-EDV ist ausgelegt als additives Werkzeug zur Papier-Organisation. Soll die Elektronik anstelle des Papiers die zentrale, alleinige Grundlage der anwaltlichen Kanzlei-Existenz sein, sind weitergehende Überlegungen zur elektronischen Kanzleiorganisation anzustellen.

    Bei der digitalen Kanzlei fällt der existentiell entscheidende Vorteil der Papierakte weg: Die jederzeitige Verfügbarkeit. Auch wenn wir in der Praxis oft und ausgiebig, zuweilen ergebnislos, eine Akte suchen, ist doch der Aktenbestand als Gesamtheit eine beruhigende Existenzgrundlage, dem, – außer dem seltenen Fall von Naturkatastrophen oder Feuer (unabwendbar, daher Wiedereinsetzung) – , nichts etwas anhaben kann. Bei digitaler Kanzlei-EDV können wir dagegen nie sicher sein, ob der Aktenbestand noch da bzw. nutzbar ist. Eine Vielzahl keineswegs unwahrscheinlicher denkbarer Ereignisse, z. B. einer der zunehmenden Verschlüsselungsangriffe, kann den gesamten Datenbestand unbrauchbar gemacht haben. Und wenn die Sicherungsmedien während des Angriffes verbunden sind, die Sicherungen ebenfalls. Der Schockzustand und die Folgen von „alle (oder ein nicht genau bekannter Teil der) Kanzlei-Akten sind auf einen Schlag einfach weg“ können sich alle Leser sehr gut vorstellen. Und selbst wenn Datensicherungen da sind: Fast nie sind diese in Notfall-Übungen erprobt, nicht selten schlagen in der Praxis Datenrücksicherungen ganz oder – fast genauso schlimm – teilweise fehl.

    Einer Veröffentlichung von Microsoft zum Thema Sicherheit ist zu entnehmen, dass sich die Qualität der Angreifer im Internet, überwiegend aus China, Russland und USA, weg vom einzelnen Hobby-Hacker hin zu hochprofessionell organisierten Strukturen entwickelt hat.

    Die Verfügbarkeit der Kanzlei-EDV, die Ausfallsicherheit, hat in Zukunft wesentlich größere Bedeutung als heute.

    Die existentielle Abhängigkeit von der immer komplexer werdend Kanzlei-EDV, verbunden mit einem fortlaufend ansteigenden elektronischen Fehler-/Angriffs-/Ausspähungs-/Erpressungs-/Sabotagepotential führt zwangsläufig zur Überlegung, dass für die digitale Kanzlei im Zeitalter von ERV und beA die Auslagerung der Kanzlei-EDV in ein Rechenzentrum (RZ) geboten ist. In anderen europäischen Ländern – z. B. Skandinavien – ist diese Entwicklung wesentlich weiter. In ein bis zwei Jahrzehnten wird auch in Deutschland die Kanzlei-EDV in der Cloud, d.h. im Rechenzentrum üblich sein.

    Wie sicher sind meine Daten im Rechenzentrum? Die Antwort ist einfach: jedenfalls sicherer als in der Kanzlei! Keine Kanzlei kann den Aufwand eines großen RZ hinsichtlich rund um die Uhr zu gewährleistender Ausfallsicherheit, 2-facher und oft 3-facher Redundanz der Systeme, höchster technischer Qualität der Komponenten, elektronischer und realer Zugangssicherungen, einer permanent wachenden und aktiven Gefahrenabwehr gegen Cyber-Angriffe und Schadsoftware betreiben.

    Die Methode der Wahl ist die virtualisierte Kanzlei-EDV in der Cloud, die isoliert von der Hardware und Administration des RZ ausgeführt wird. Cloud-Computing bezeichnet die Nutzung durch Dritte zur Verfügung gestellte EDV-Ressourcen über das Internet. Unterschieden werden Public Cloud und Private Cloud. Public Cloud teilt sich die Hardware-Ressourcen im RZ mit anderen Nutzern, Private Cloud nutzt exklusiv dem RZ-Kunden Konto zugewiesene Hardware-Ressourcen. Public Cloud ist erheblich einfacher und preisgünstiger als Private Cloud. Public Cloud ist für die kleinere Kanzlei mit 1-2 Berufsträgern empfehlenswert. Ein Arbeitsplatz-PC übernimmt zusätzlich die zentrale Datenhaltung. Darüber hinaus oder bei erhöhten Sicherheitsanforderungen ist die Private Cloud Lösung empfehlenswert, bei der die Datenhaltung in einer gesonderten „vServer“ virtuellen Maschine, optional auch mit SQL Datenbank, ausgeführt wird.

    Die Kosten der Kanzlei-EDV in der Cloud liegen in der langfristen Betrachtung „über Alles“ betrachtet jedenfalls in der Größenordnung einer hochwertigen lokalen EDV-Anlage. Einzubeziehen sind die Stromkosten, Gesamtkosten von Störungen, Ausfallzeiten für Austausch veralteter Geräte, Zeit-Aufwand des Anwalts für die intellektuelle Beschäftigung mit dem Thema, Kalkulation möglicher Ausfallschäden bis hin zum Regress. Im RZ werden turnusmäßig ohne Störung des laufenden Betriebes die Hardware erneuert, man arbeitet stets auf moderner Hardware. Hardwarekomponenten im RZ sind doppelt (Raid) und teilweise dreifach ausgelegt, um eine fast bei 100% liegende Verfügbarkeit auf Jahre und Jahrzehnte zu gewährleisten.

    Die von RA-MICRO ausgewählten RZ haben einfache Oberflächen des Kundenkontos, die auch dem fachkundigen Laien die administrative Verwaltung der RZ-Leistungen ermöglicht. Alternativ kann die Administration des Systems mitsamt der Betreuung des RZ-Kundenkontos durch einen EDV-Dienstleister erfolgen.