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Haben Sie Fragen zu RA-MICRO? Nehmen Sie Kontakt mit uns auf:

Die Bonität von Schuldnern, Verflechtungen und Finanzlage von Unternehmen oder einfach eine Postanschrift – im Kanzleialltag sind diese Informationen nicht selten entscheidend.

Anne Schlenstedt (Wirtschaftsjuristin) sorgt im RA-MICRO Online Team dafür, dass Nutzern jederzeit die vielfältigen Recherchemöglichkeiten unserer Kooperationspartner online oder direkt als Schnittstelle in der Kanzleisoftware zur Verfügung stehen. Im Interview berichtet Sie, was gute Recherche für sie ausmacht und wie Kanzleien von den Online Recherchen profitieren können.

 

Hallo Frau Schlenstedt. Erzählen Sie uns doch kurz, was unter den RA-MICRO Online Recherchen zu verstehen ist.

Die Online Recherchen sind in RA-MICRO integrierte Recherchemöglichkeiten für Kanzleien. Wir kooperieren mit den namhaftesten Anbietern und ermöglichen unseren Nutzern, aus der Kanzleisoftware heraus Suchanfragen in Datenbanken und öffentlichen Melderegistern zu starten.

 

Inwiefern ist das für die anwaltliche Praxis relevant?

Der Anwalt bzw. der Mitarbeiter braucht für jeden seiner Fälle Informationen, die über das hinausgehen, was der Mandant liefert. Insbesondere für die Beitreibung von Forderungen ist es von Vorteil zu wissen, ob und welche Negativmerkmale zum Schuldner vorliegen, in welcher Beziehung er zu Firmen steht oder wohin die Zwangsvollstreckung adressiert werden muss. All das kann entscheidend für den Erfolg oder auch für das Abraten von einer Vollstreckungsmaßnahme und damit eine Kostenersparnis für den Mandanten sein.

 

Das stimmt natürlich. Aber hierfür gibt es doch Anbieter, die über das Internet leicht erreichbar sind.

Unsere Online Recherchen bieten den Kunden eine Palette, auf die schnell und direkt zugegriffen werden kann. Anmeldungen bei unterschiedlichen Anbietern, das Suchen von Zugangsdaten, ggf. Passwörter zurücksetzen, weil man sie verlegt hat oder die Kollegin, die es sonst gemacht hat, nicht oder nicht mehr in der Kanzlei ist. All das gehört mit unseren Online Recherchen der Vergangenheit an.

Zudem können Adressdaten aus der RA-MICRO Adressverwaltung übergeben und ermittelte Adressen dort berichtigt werden, Auskünfte stehen in den meisten Fällen unmittelbar zur Verfügung und Kostenbuchungen sowie die Speicherung in die E-Akte sind automatisiert möglich. Die Online Recherchen vermeiden sogenannte Medienbrüche, man hat alle Dokumente von Anfang an in elektronischer Form und spart sich das Einscannen. Das alles reduziert den Zeitaufwand und auch die Fehleranfälligkeit enorm.

 

Für welche Kanzleien empfiehlt sich die Nutzung der Online Recherchen? Je nach Rechtsgebiet gibt es ja z. B. unterschiedlich hohen Recherchebedarf.

Es gibt keine Grundgebühr, abgerechnet wird die eigentliche Recherche und zwar in einer Rechnung, auf der alle Posten einzeln aufgelistet sind. Damit lohnt sich die Nutzung der Online Recherchen unabhängig davon, ob viel oder eher wenig recherchiert wird.

Wir wissen von Kunden, dass sie bestimmte Produkte immer wieder nutzen, weil sie für ihre Kanzlei richtig sind. Bei anderen hingegen ist der Einzelfall – wie so oft in der anwaltlichen Praxis – entscheidend für die Auswahl des Produktes. Daher stellen wir eine Reihe unterschiedlicher Produkte verschiedener Anbieter bereit, aus denen die Kunden wählen können.

Zum Beispiel ist eine Einwohnermeldeamtsanfrage nicht zwingend der Nachweis dafür, dass die gesuchte Person dort auch wohnhaft ist. Dann ist es häufig sinnvoller, sich eine Bonitätsauskunft einzuholen. Sie liefert nämlich neben den Bonitätsmerkmalen auch noch zur Person bekannte Anschriften, z. B. eine Voranschrift. Zudem sind die Bonitätsauskünfte auch noch viel kostengünstiger. Eine Einwohnermeldeamtsanfrage ist hingegen der amtliche Nachweis zur Vorlage beim Gericht. Je nach Anliegen muss entschieden werden, welche Auskunft benötigt wird. Wenn Kunden hierbei Unterstützung möchten oder Fragen haben, helfen wir im Support gerne weiter.

  • Die Zukunft der deutschen Kanzlei-EDV liegt in der Cloud
    von RA Dr. Peter Becker, Berlin

    Die künftige digitale Anwaltskanzlei erfordert einen neuen Typ von Kanzlei-EDV. Die heute typische PC-Netzwerk-Kanzlei-EDV ist ausgelegt als additives Werkzeug zur Papier-Organisation. Soll die Elektronik anstelle des Papiers die zentrale, alleinige Grundlage der anwaltlichen Kanzlei-Existenz sein, sind weitergehende Überlegungen zur elektronischen Kanzleiorganisation anzustellen.

    Bei der digitalen Kanzlei fällt der existentiell entscheidende Vorteil der Papierakte weg: Die jederzeitige Verfügbarkeit. Auch wenn wir in der Praxis oft und ausgiebig, zuweilen ergebnislos, eine Akte suchen, ist doch der Aktenbestand als Gesamtheit eine beruhigende Existenzgrundlage, dem, – außer dem seltenen Fall von Naturkatastrophen oder Feuer (unabwendbar, daher Wiedereinsetzung) – , nichts etwas anhaben kann. Bei digitaler Kanzlei-EDV können wir dagegen nie sicher sein, ob der Aktenbestand noch da bzw. nutzbar ist. Eine Vielzahl keineswegs unwahrscheinlicher denkbarer Ereignisse, z. B. einer der zunehmenden Verschlüsselungsangriffe, kann den gesamten Datenbestand unbrauchbar gemacht haben. Und wenn die Sicherungsmedien während des Angriffes verbunden sind, die Sicherungen ebenfalls. Der Schockzustand und die Folgen von „alle (oder ein nicht genau bekannter Teil der) Kanzlei-Akten sind auf einen Schlag einfach weg“ können sich alle Leser sehr gut vorstellen. Und selbst wenn Datensicherungen da sind: Fast nie sind diese in Notfall-Übungen erprobt, nicht selten schlagen in der Praxis Datenrücksicherungen ganz oder – fast genauso schlimm – teilweise fehl.

    Einer Veröffentlichung von Microsoft zum Thema Sicherheit ist zu entnehmen, dass sich die Qualität der Angreifer im Internet, überwiegend aus China, Russland und USA, weg vom einzelnen Hobby-Hacker hin zu hochprofessionell organisierten Strukturen entwickelt hat.

    Die Verfügbarkeit der Kanzlei-EDV, die Ausfallsicherheit, hat in Zukunft wesentlich größere Bedeutung als heute.

    Die existentielle Abhängigkeit von der immer komplexer werdend Kanzlei-EDV, verbunden mit einem fortlaufend ansteigenden elektronischen Fehler-/Angriffs-/Ausspähungs-/Erpressungs-/Sabotagepotential führt zwangsläufig zur Überlegung, dass für die digitale Kanzlei im Zeitalter von ERV und beA die Auslagerung der Kanzlei-EDV in ein Rechenzentrum (RZ) geboten ist. In anderen europäischen Ländern – z. B. Skandinavien – ist diese Entwicklung wesentlich weiter. In ein bis zwei Jahrzehnten wird auch in Deutschland die Kanzlei-EDV in der Cloud, d.h. im Rechenzentrum üblich sein.

    Wie sicher sind meine Daten im Rechenzentrum? Die Antwort ist einfach: jedenfalls sicherer als in der Kanzlei! Keine Kanzlei kann den Aufwand eines großen RZ hinsichtlich rund um die Uhr zu gewährleistender Ausfallsicherheit, 2-facher und oft 3-facher Redundanz der Systeme, höchster technischer Qualität der Komponenten, elektronischer und realer Zugangssicherungen, einer permanent wachenden und aktiven Gefahrenabwehr gegen Cyber-Angriffe und Schadsoftware betreiben.

    Die Methode der Wahl ist die virtualisierte Kanzlei-EDV in der Cloud, die isoliert von der Hardware und Administration des RZ ausgeführt wird. Cloud-Computing bezeichnet die Nutzung durch Dritte zur Verfügung gestellte EDV-Ressourcen über das Internet. Unterschieden werden Public Cloud und Private Cloud. Public Cloud teilt sich die Hardware-Ressourcen im RZ mit anderen Nutzern, Private Cloud nutzt exklusiv dem RZ-Kunden Konto zugewiesene Hardware-Ressourcen. Public Cloud ist erheblich einfacher und preisgünstiger als Private Cloud. Public Cloud ist für die kleinere Kanzlei mit 1-2 Berufsträgern empfehlenswert. Ein Arbeitsplatz-PC übernimmt zusätzlich die zentrale Datenhaltung. Darüber hinaus oder bei erhöhten Sicherheitsanforderungen ist die Private Cloud Lösung empfehlenswert, bei der die Datenhaltung in einer gesonderten „vServer“ virtuellen Maschine, optional auch mit SQL Datenbank, ausgeführt wird.

    Die Kosten der Kanzlei-EDV in der Cloud liegen in der langfristen Betrachtung „über Alles“ betrachtet jedenfalls in der Größenordnung einer hochwertigen lokalen EDV-Anlage. Einzubeziehen sind die Stromkosten, Gesamtkosten von Störungen, Ausfallzeiten für Austausch veralteter Geräte, Zeit-Aufwand des Anwalts für die intellektuelle Beschäftigung mit dem Thema, Kalkulation möglicher Ausfallschäden bis hin zum Regress. Im RZ werden turnusmäßig ohne Störung des laufenden Betriebes die Hardware erneuert, man arbeitet stets auf moderner Hardware. Hardwarekomponenten im RZ sind doppelt (Raid) und teilweise dreifach ausgelegt, um eine fast bei 100% liegende Verfügbarkeit auf Jahre und Jahrzehnte zu gewährleisten.

    Die von RA-MICRO ausgewählten RZ haben einfache Oberflächen des Kundenkontos, die auch dem fachkundigen Laien die administrative Verwaltung der RZ-Leistungen ermöglicht. Alternativ kann die Administration des Systems mitsamt der Betreuung des RZ-Kundenkontos durch einen EDV-Dienstleister erfolgen.